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Studierende geben Kindern in Heimen kostenlos Nachhilfe

Seit 2005 arbeitet die Studenteninitiative für Kinder e.V. mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen, die in Kinderheimen leben, kostenlos Nachhilfe zu geben. Die Bildungssituation dieser Kinder ist oft problematisch, da der Staat nur sehr begrenzte Mittel für Förderung außerhalb der Schule zur Verfügung stellt. An dieser Stelle können besonders Studierende gut helfen: Alles, was sie dazu brauchen, ist eine Stunde Zeit pro Woche. Mittlerweile beteiligen sich in 18 Hochschulorten rund 2.000 Studierdende, seit letztem Herbst auch in Berlin.

"Über die Berliner Jugendämter war es uns möglich, erste Kinderheime anzusprechen. Die Heimleiter empfingen uns mit offenen Armen, unser Konzept kam sofort an", berichtet die Berliner Initiatorin Thordis Kombrink. Innerhalb kurzer Zeit hatte die 23-jährige Betriebswirtschaftsstudentin eine Zusammenarbeit mit den ersten Heimen aufgebaut und begann im September selbst Nachhilfe zu geben. Schnell wurde ihr bewusst, wie sehr die Kinder von der Nachhilfe profitieren.

Die Nachhilfe erfolgt grundsätzlich als Einzelunterricht, dadurch entwickelt sich ein enger Kontakt zwischen Schüler und Student. Die Fächer und die Zeiten vereinbaren die Studierenden dabei individuell; das Konzept der Initiative sieht eine Stunde pro Woche vor. "Durch die kontinuierliche Ansprache und Begleitung durch den Studenten gewinnt der Schüler langfristig an Lernmotivation und steigert seine schulischen Leistungen", sagt Philipp von Falkenhausen. Philipp studiert Mathematik an der TU Berlin und betreut seit November einen 14-jährigen Jungen. "Gerade durch den geringen Altersunterschied schließt man schnell Vertrauen und kann die Schüler ganz anders ansprechen, als es den Lehrern in der Schule möglich ist." Wegen des ehrenamtlichen Charakters wissen die Kinder das Engagement zu schätzen und gehen motiviert in den Unterricht.

Die Initiative spricht Studierende aller Berliner Hochschulen an und freut sich auf Unterstützung von den Studierenden der HU. "Die Idee, bereits mit einer Stunde pro Woche viel Sinnvolles erreichen zu können, spricht bereits für sich", ist die Erfahrung von Elisabeth Mettke, die an der HU Molecular Life Science studiert. "Außerdem gewinnen die Studenten durch die Herausforderungen des Nachhilfeunterrichts Erfahrungen, die auch im beruflichen Alltag nicht unbedingt schaden." Mittlerweile sind in Berlin über zwanzig motivierte Studierende zusammengekommen, Thordis und Philipp hoffen nun auf weitere Interessenten, die Spaß an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben. Denn eins ist klar: Der Bedarf ist immens.

Sibylle Fuchs

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nachhilfe.berlin@studenteninitiative-fuerkinder.de
www.studenteninitiative-fuer-kinder.de