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Humboldt-Universität zu Berlin

Humboldt kann Krise

by Martin Ibold posted on 21.12.2020 14:40 last modified 21.12.2020 14:43

Humboldt kann Krise – Jahresrückblick der Präsidentin

Liebe Mitarbeitende, liebe Studierende, liebe Professorinnen und Professoren,

hinter uns liegt ein Jahr, das in der Erinnerung wohl immer mit einem Wechselbad der Gefühle verbunden sein wird. Suche ich nach Bildern für die vergangenen Monate, dann ist es der Blick in leere Hörsäle, aber es ist auch der Blick in die strahlenden Gesichter von Preisträgerinnen und Preisträgern. Die wohl einzige Konstante des Jahres war das stetige Auf und Ab. Und jetzt befinden wir uns zum Ende des Jahres in einem zweiten Lockdown, mit all den Konsequenzen, die dieser für Beruf und Freizeit bedeutet.

Nachdem wir am 18. März wie alle Berliner Hochschulen unsere Türen schließen mussten, war auf einen Schlag für uns alle fast alles anders: Verschlossene Labore, Vorlesungen in Zoom, abgesagte Dienstreisen, verschobene Experimente, Kinder, die morgens nicht das Haus verlassen, sondern zu Hause betreut und beschult werden mussten. Kurz gesagt: Wir hatten eine Krise zu bewältigen. Diese dauert bis heute an und klar ist, sie wird uns auch im neuen Jahr jede Menge Mut, Ausdauer und Verständnis füreinander abverlangen. 

Gemeinsam haben wir es geschafft, die Universität gut über die Zeit zu bringen. Ohne das große Engagement aller Fakultäten, Abteilungen und Bereiche in der zentralen und dezentralen Verwaltung, des Computer- und Medienservice, der Universitätsbibliothek oder des Pandemiestabs hätten wir das nicht erreicht. Darüber hinaus haben wir unser Programm humboldt gemeinsam und die Einführung von SAP soweit gebracht, dass wir am 4. Januar live gehen können. Dafür danke ich Ihnen ausdrücklich. 

Sehr wohl um die Bescheidenheit der Anerkennung wissend, wollen wir als Präsidium dennoch Ihren erheblichen Mehraufwand zur Aufrechterhaltung von Lehre, Forschung, Transfer und Administration würdigen. Deshalb erhalten alle studentischen Hilfskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zur Tarifgruppe TV-L9A mit dem Dezember-Gehalt einen pandemiebedingten Zuschuss von zehn Euro pro Monat – von März bis Dezember. Diese Aufwandsentschädigung ist steuer- und abgabenfrei, sodass am Ende die Summe vollständig auf dem Konto sein wird. Dafür einen Extradank an die Kolleginnen und Kollegen der Gehaltsstelle, die das ermöglicht haben. Darüber hinaus wird allen Beschäftigten der Universität am 14. Mai 2021 ein arbeitsfreier Brückentag gewährt. Ich hoffe, das wiegt ein bisschen Ihre besonderen Mühen dieses Jahres auf. 

Ich möchte aber auch an die vielen schönen, motivierenden Momente und herausragenden Erfolge erinnern. Etwa an den Nobelpreis für Chemie an Emmanuelle Charpentier, Honorarprofessorin unserer Universität, den Leibniz-Preis für den Sozialwissenschaftler Steffen Mau oder die Consolidator Grants des European Research Council für Tobias Kümmerle und Ignacio Farias. 

Nicht weniger wichtig für die positive Bilanz des Jahres sind die vielen alltäglichen Erfolge jedes Einzelnen: innovative Lösungen, kreative Zusammenarbeit in Teams, erfolgreiche Projekte und bei vielen ein noch stärkeres gesellschaftliches Engagement in diesen Zeiten.

Mit der SAP-Einführung werden wir nach dem Jahreswechsel den nächsten großen Brocken auf dem Tisch haben. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Zeit routiniert mit dem neuen System und den damit einhergehenden veränderten Verwaltungsabläufen umgehen werden. Wie immer ist der Anfang schwer, oft mit Fehlern und Ängsten verbunden. Aber lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Bleiben Sie dran. Am Ende wird es sich lohnen. Davon bin ich fest überzeugt. 

Als Präsidentin dieser Universität möchte ich an dieser Stelle noch einmal unterstreichen: Wir sind eine Präsenzuniversität. Und ich freue mich sehr auf Flure voller suchender Erstsemester, eilig vorbeirauschender Kolleginnen und Kollegen, Studierender auf den Wiesen und Wegen an allen Standorten – eben auf ein volles, lebendiges Haus.

Ich wünsche Ihnen frohe und friedliche Feiertage. Passen Sie auf sich auf, vermeiden Sie unnötige Kontakte und achten Sie auf Ihre Lieben, damit wir alle gut und gesund ins neue Jahr kommen und hoffentlich bald auch durch die Pandemie. 

Und eine Bitte zum Schluss: Wir haben aktuell eine Spendenaktion für unser Deutschlandstipendium ausgerufen. Ich bitte Sie herzlich darum zu spenden, damit wir gemeinsam mehr Studierende in ihrem Studium finanziell entlasten und unterstützen können. 

Mehr über die Spendenaktion erfahren


Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst
Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin