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Humboldt-Universität zu Berlin | Informationen für Beschäftigte an der HU | Aktuelles | „Verschiedene Akteure zusammenzubringen, entfacht Kreativität und Produktivität"

„Verschiedene Akteure zusammenzubringen, entfacht Kreativität und Produktivität"

by Ljiljana Nikolic posted on 08.12.2020 08:05 last modified 08.12.2020 08:09

„Verschiedene Akteure zusammenzubringen – Forschende, Unternehmerinnen, Politiker, Künstlerinnen oder andere Interessierte aus den verschiedensten Bereichen – entfacht Kreativität und Produktivität“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Schäffner, Professor für Wissens- und Kulturgeschichte an der HU und Mitglied im Steering Committee „Fostering Knowledge Exchange“ der Berlin University Alliance. Dort geht es um neue Formate, mithilfe derer Innovationsprozesse durch den Austausch auch mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen jenseits der Universitätsgrenzen, entstehen sollen.

Herr Professor Schäffner, welche Ziele wollen Sie mit „Fostering Knowledge Exchange“ erreichen?

 

Den Wissensaustausch zu fördern, ist eine äußerst vielfältige Aufgabe für Universitäten. Nach Forschung und Lehre kann man dies als dritte Säule der Wissenschaft bezeichnen. Die Hochschulen als öffentliche Einrichtungen können sich noch weitaus stärker gegenüber den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft öffnen, als sie es bislang tun – und das weit über akademische Kreise hinaus. Diesen Austausch verstehen wir als multidirektionalen Prozess, durch den wissenschaftliche Ideen und Forschungsergebnisse nach außen getragen werden und externe Perspektiven und Erfahrungen in die Forschung zurückfließen. In der Berlin University Alliance wollen wir forschungsstarke Bereiche über Einrichtungsgrenzen hinweg zusammenbringen und bereits bestehende Kooperationen mit der Politik, mit kulturellen Institutionen, Unternehmen sowie anderen Bereichen der Gesellschaft gemeinsam nutzen.

 

Mit welchen Instrumenten wollen Sie diesen Austausch fördern?

 

Der Bereich Fostering Knowledge Exchange etabliert neue Formate, mithilfe derer Innovationsprozesse durch den Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Expertinnen und Experten vorangetrieben werden, auch mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen jenseits der Universitätsgrenzen. In Research Forums werden transdisziplinäre Arbeitsgruppen Themenfelder der Berliner Spitzenforschung bearbeiten. Das Interesse an Wissenschaft, sowie Kommunikation darüber, soll zudem durch interaktive Veranstaltungen gestärkt werden. Hierfür können wir uns der neuen Medien – wie etwa mit einem neuen YouTube-Kanal – bedienen, die gerade in der gegenwärtigen Pandemie besonders wichtig sind.

 

Welche Formen kann solch ein Austausch konkret annehmen?

 

Die Beteiligten der BUA können ihre Stärken sehr unterschiedlich ausspielen. Die HU etwa bekommt mit dem Humboldt Labor im Humboldt Forum interessante Möglichkeiten, in den Austausch mit den verschiedensten Menschen zu treten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können dort zeigen, warum ihre Forschung gesellschaftlich relevant ist und umgekehrt können Außenstehende sich je nach Veranstaltungsformat dabei einbringen. Im Rahmen des Exzellenz-Clusters „Matters of Activity“ etwa befassen Forschende sich unter anderem mit Holz: einem Material, dass sich durch Umwelteinflüsse stark verändert. Das war bislang meist unerwünscht. Doch dieses Materialeigenschaften lassen sich auch nutzen. Wenn wir den wissenschaftlichen Stand der Dinge erläutern und darlegen, welche Fragen und Aufgaben sich damit verbinden, können wir von den unterschiedlichsten Akteuren interessanten Input dazu bekommen. Studierende der Kunsthochschule Weißensee haben sich zu Beispiel in diesem Zusammenhang mit Fasermaterialien befasst. Das war für alle Beteiligten spannend und hat einige neue Ideen angestoßen.

 

Was gefällt Ihnen an der Zusammenarbeit, was erhoffen Sie sich davon?

 

Verschiedene Akteure zusammenzubringen – Forschende, Unternehmerinnen, Politiker, Künstlerinnen oder andere Interessierte aus den verschiedensten Bereichen – entfacht Kreativität und Produktivität. Es geht dabei nicht bloß darum, wissenschaftliche Ergebnisse zu präsentieren, sondern den gesamten Prozess von Beginn an zu öffnen und transparent zu machen: Was machen wir da mit welchen Mitteln, was soll oder könnte dabei herauskommen? Ziele, Hoffnungen aber auch potenzielle Gefahren, die gesellschaftliche Relevanz haben, sind fast immer eng mit wissenschaftlicher Arbeit verknüpft. Gerade im Verbund der BUA haben wir eine enorm breite Palette an Know-how. Im Austausch mit den vielen Akteuren der Gesellschaft lässt sich daraus sicher viel Neues schöpfen, sicher auch Unerwartetes.

 

Wolfgang Schäffner ist Professor für Wissens- und Kulturgeschichte an der HU Berlin, Direktor des Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, Sprecher des Cluster of Excellence „Matters of Activity“ und Mitglied im Steering Committee der BUA „Fostering Knowledge Exchange“.

 

Interview: Lars Klaaßen