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Humboldt-Universität zu Berlin | Informationen für Beschäftigte an der HU | Forschen & lehren | „Gute Nachwuchsförderung fängt schon im ersten Semester an“

„Gute Nachwuchsförderung fängt schon im ersten Semester an“

by Ljiljana Nikolic posted on 06.01.2021 12:45 last modified 07.01.2021 11:11

Auch Studierende werden von der Berlin University Alliance (BUA) profitieren: Sie werden mehr Möglichkeiten erhalten, die Vielfalt der Lehrangebote bei den Verbundpartnerinnen zu nutzen. Es sollen zudem gemeinsame Standards im Hinblick auf die didaktische Qualität entwickelt werden. Herzstück ist das Berlin Student Research Opportunities Programx“ – kurz: StuROPx“, das Studierende stärker mit der Forschung verbindet. Eva Inés Obergfell, Vizepräsidentin und Leiterin des Steering Committee „Teaching and Learning“ der BUA, erklärt die Details.

Frau Professorin Obergfell, welche Ziele wollen Sie mit „Teaching and Learning“ erreichen?


In der Exzellenzstrategie der Berlin University Alliance verbinden wir die Lehre als Querschnittsthema eng mit der Forschung. Einerseits können alle Studierenden unserer vier Einrichtungen aus der herausragenden wissenschaftlichen Arbeit des Verbunds Nutzen ziehen. Andererseits profitiert auch die Forschung von den Studierenden, die neue Ideen und Perspektiven einbringen. Gute Nachwuchsförderung fängt schon im ersten Semester an, denn die Studierenden von heute sind die Wissenschaftler*innen von morgen. Die Lehre im Rahmen des bundesweiten Exzellenzwettbewerbs so eng einzubinden, ist ein absolutes Novum. Mit Blick auf die Ideale unserer Universität folgen wir damit gerade auch dem Humboldt‘schen Ideal, Lehre und Forschung als Einheit zu verstehen und zu leben.

 

Mit welchen Instrumenten wollen Sie Lehre strukturell optimieren?

 

Wir gehen das auf zwei Ebenen an. Studierende sollen sowohl von den Aktivitäten der BUA profitieren als auch von den komplementären Angeboten der vier Einrichtungen. Um die Lern- und Forschungslandschaft in Berlin besser zugänglich zu machen, wollen wir etwa die Nebenhörerschaft erweitern, also den Zugang zu Lehrangeboten hochschulübergreifend erleichtern. So bekommen alle Studierenden mehr Möglichkeiten, die Vielfalt der Lehrangebote im Verbund umfangreich auszukosten. Die Zahl der gemeinsamen Masterstudiengänge, bei denen die Verbundpartner bereits jetzt kooperieren, wird deutlich erhöht. In dem Projekt „E-Assessment Alliance“ werden wir gemeinsame Standards im Hinblick auf die didaktische Qualität entwickeln und  technologische und logistische Optionen für alle BUA-Häuser etablieren.

 

Wie kurz wird der Weg vom Hörsaal zur exzellenten Forschung sein?


Forschungsaffinen Studierenden offerieren wir neue Angebote, die insbesondere Zugang zu den Forschungsschwerpunkten der BUA schaffen; das sind zunächst die Themen globale Gesundheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Zertifikatskurse etwa, die für das Curriculum anrechenbar sind, können Einblicke in diese Forschungsfelder des Verbunds geben. Das Herzstück bildet jedoch das „Berlin Student Research Opportunities Programx“ – kurz: StuROPx. Es besteht aus drei Formaten. Erstens: „X-Tutorials“ werden von Studierenden initiiert und durchgeführt, wobei zwei fortgeschrittene Kommiliton*innen aus unterschiedlichen Fachbereichen solch eine Forschungsgruppe leiten. Zweitens: Nachwuchswissenschaftler*innen bekommen die Gelegenheit, eine „X-Student Research Group“ zu leiten und dabei Erfahrungen in der Lehre zu sammeln. Drittens: Die „Berlin Conference for Student Research“ macht die wissenschaftlichen Leistungen unserer Studierenden weithin sichtbar. Was als ausgewachsene Konferenz geplant war, muss mit Blick auf die Corona-Einschränkungen nun eventuell in Online-Formate transferiert werden. Denkbar sind neben Videos auch Science-Slams oder kleinere Forschungsworkshops. Wer sein Projekt auf diesem interdisziplinären Forum vorstellt, vielleicht einen Publikumspreis gewinnt, lernt dabei auch noch frühzeitig, wie man Forschung anschaulich und anregend vermittelt.

 

Was gefällt Ihnen an der Zusammenarbeit, was erhoffen Sie sich davon?


Es ist spannend, wie die verschiedenen Kulturen unserer Universitäten im Rahmen der BUA zusammenwirken. Indem wir die Stärken unserer Profile bündeln, können wir zum Beispiel neuartige, stark forschungsorientierte Studiengänge entwickeln. Wir haben schon zuvor kooperiert, aber bislang eher punktuell. Eine kontinuierliche, vertiefte Abstimmung kann in vielen Bereichen einen Mehrwert schaffen, den wir jetzt vielleicht noch gar nicht sehen. In den Steering Committees hat sich ein Geist der Zusammenarbeit entfaltet, der das Potenzial hat, in jeder Einrichtung und im gesamten Berliner Wissenschaftsraum Wirkung zu entfalten.

 

Prof. Dr. Eva Inés Obergfell ist Vizepräsidentin für Lehre und Studium der HU und leitet das Steering Committee zum BUA-Querschnittsthema „Teaching and Learning“.

 

Interview: Lars Klaaßen