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Humboldt-Universität zu Berlin

Humboldt-Universität zu Berlin | Informationen für Beschäftigte an der HU | Forschen & lehren | „Im Verbund kommt noch mehr heraus als die Summe der einzelnen Teile“

„Im Verbund kommt noch mehr heraus als die Summe der einzelnen Teile“

by Ljiljana Nikolic posted on 06.11.2020 12:40 last modified 06.11.2020 12:51

Die Berlin University Alliance möchte die besten Wissenschaftler*innen aller Karrierestufen für den Verbund gewinnen, sie optimal unterstützen und am Standort Berlin halten. Zu diesem Zweck möchten die Verbundpartnerinnen einen integrierten Karriere- und Rekrutierungsraum aufbauen. Michael Pauen ist Philosoph an der HU und Mitglied im Steering Committee „Promoting Talent“ und erklärt im Interview, welche Ideen es gibt.

Herr Pauen, welche Ziele wollen Sie mit „Promoting Talent“ erreichen?


Die Qualität des Wissenschaftsstandorts Berlin steht und fällt mit den Forscherinnen und Forschern, die hier arbeiten. Ihnen wollen wir im Rahmen der Berlin University Alliance auf allen Karrierestufen optimale Möglichkeiten bieten, ihre Talente zu entwickeln. Dazu bauen wir die entsprechenden Strukturen auf, insbesondere einen integrierten Karriere- und Rekrutierungsraum. An unseren drei Universitäten und der Charité gibt es selbstverständlich schon lange eine Reihe von Aktivitäten in dieser Richtung. So bin ich schon seit zehn Jahren an der der Berlin School of Mind and Brain der HU Berlin leitend tätig. Das dortige Doktorandenprogramm bereitet junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf eine anspruchsvolle interdisziplinäre Arbeit vor. Das hat in den letzten Jahren bereits national und international große Anerkennung gefunden. Doch wenn wir nun im Verbund solche Aufgaben in Angriff nehmen, kommt dabei noch mehr heraus als die Summe der einzelnen Teile. Da schlummern große Synergieeffekte.

 

Mit welchen Instrumenten wollen Sie diese Potenziale aktivieren?

 

Fangen wir bei der Ausbildung der Promovierenden an: Diese wollen wir über alle vier Einrichtungen hinweg harmonisieren. Aber auch nach der Promotion werden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiterhin gefördert: Etwa indem wir Auszeichnungen und Preise für die Entwicklung der Karriere vergeben oder gemeinsam Nachwuchsforschungsgruppen finanzieren. Um die vielversprechendsten unter ihnen zu fördern, werden wir zudem gemeinsam attraktive Professuren einrichten, die Forschungsprojekte an mindestens zwei Universitäten vorantreiben werden. Auch unsere Rekrutierungsstandards und -prozesse werden wir angleichen und verbessern. Dabei spielen nicht zuletzt Diversitäts- und Gleichstellungsaspekte eine gewichtige Rolle, wobei wir innerhalb der Berlin University Alliance mit dem Steering Committee für das Querschnittsthema Diversity and Gender Equality genau die richtigen Kooperationspartner haben. Nicht zu vergessen: Berlin braucht erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Wissenschaftsmanagerinnen und -manager. Die Berlin Leadership Academy wird sie in ihren Führungskompetenzen stärken und auf Zukunftsaufgaben vorbereiten.

 

Was gefällt Ihnen an der Zusammenarbeit, was erhoffen Sie sich davon?


Die Kooperationsbereitschaft im Berliner Wissenschaftsbetrieb ist sehr groß. Als Philosoph, der sich mit Neurowissenschaft befasst, hat mich immer wieder die große Offenheit für eine intensive Zusammenarbeit über die Fachgrenzen hinweg beeindruckt. Der Verbund eröffnet viele neue Chancen, diese Bereitschaft weiter auszubauen, von Best-Practice-Modellen bis hin zu gemeinsamen Qualitätsstandards bei der Promotion. Fortschritte wollen wir auch im Bereich Dual Career machen. Stellen Sie sich vor, sie wollen eine exzellente Wissenschaftlerin gewinnen, deren Gatte ebenfalls in der Wissenschaft arbeitet: Wenn wir auch dem Partner eine berufliche Perspektive bieten können, vergrößern sich die Chancen für ein erfolgreiches Berufungsverfahren. Und das fällt uns leichter, wenn dabei alle vier Einrichtungen mitmachen. Zudem stärken wir damit die Zusammenarbeit innerhalb unserer Allianz. Alles in allem können wir so über die Grenzen unserer vier Einrichtungen hinweg eine weithin sichtbare Wissenschaftslandschaft schaffen, die für die international besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler attraktiv ist und zum Bleiben einlädt.

 

Michael Pauen ist Professor am Institut für Philosophie der HU Berlin und Academic director an der Berlin School of Mind and Brain. Für das Steering Committee „Promoting Talent“ der BUA  arbeitet er zudem ehrenamtlich.

 

Interview: Lars Klaaßen