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Humboldt-Universität zu Berlin

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„Vernetzung vor Ort und global macht alle stärker“

by Ljiljana Nikolic posted on 20.01.2021 13:05 last modified 20.01.2021 13:05

Die Berlin University Alliance möchte den hiesigen Wissenschaftsraum noch stärker internationalisieren. Yoan Vilain, Leiter der Abteilung Internationales an der HU und Mitglied im Steering Committee „Internationalization“, erläutert im Interview die nächsten Schritte: strategische Partnerschaften, Austausch mit dem Globalen Süden und einen direkten Draht zur EU.

Herr Vilain, welche Ziele will die BUA im Bereich Internationalisierung erreichen?


In der Wissenschaft rückt Internationalisierung schon seit rund 15 Jahren immer stärker in den Fokus. Das gilt insbesondere für die HU und den Berliner Raum. Keine andere Forschungsregion in Deutschland hat in den letzten Jahren so viele Wissenschaftler*innen aus aller Welt angezogen. Basis dafür sind unsere akademischen Programme und exzellenten Ressourcen. Auch die Zahl der internationalen Studierenden ist kontinuierlich gewachsen. Die hiesigen Forschungsverbünde arbeiten disziplinübergreifend zusammen und sind weltweit vernetzt.

 

Zwei Arten der Vernetzung, die sich verstärken?

 

Ja, wenn man es richtig angeht. Partnerschaften mit Universitäten auf der ganzen Welt ermöglichen eine noch einfachere Zusammenarbeit in gemeinsamen Forschungsprojekten oder im Bereich Nachwuchsförderung – in beide Richtungen: So sind viele Studierende, Forschende und Mitarbeiter*innen innerhalb der Berlin University Alliance ihrerseits im Rahmen von Austauschprogrammen und unterschiedlichen Kooperationsformaten zu Gast an renommierten Einrichtungen auf allen Kontinenten. Schon jetzt profitieren wir also davon, dass neue Ideen durch Austausch und Vernetzung entstehen. Diese Vielfalt und den Gewinn neuer Perspektiven wollen wir systematisch weiterentwickeln, die Forschungsexzellenz in Berlin dadurch künftig noch stärker beleben.


Welche konkreten Schritte sind geplant?

 

Wir arbeiten auf drei Ebenen. Erstens baut die BUA weltweit strategische Partnerschaften aus. Mit der National University of Singapore etwa besteht enger Austausch im Rahmen unseres Forschungsschwerpunkts „Global Health“. Dort ist man bei dem Thema federführend. Bei unserem zentralen Ziel der Nachwuchsförderung arbeiten wir eng mit der University of Melbourne zusammen, wo wiederum der strategische Fokus hierfür auf Europa und speziell Deutschland liegt. Dritter wichtiger Partner der BUA ist die University of Oxford. Gemeinsam mit Oxford hat die BUA ein Center for Advanced Studies gegründet, in dem Forschende aus Oxford und Berlin themenbezogen eng kooperieren, in der ersten Runde zum Bereich „Social Cohesion“. Darüber hinaus besteht mit Oxford eine Vielzahl anderer Forschungsprojekte, vorrangig in den Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften und Medizin.


Auf welchen Ebenen arbeitet das Committee darüber hinaus?

 

Mit dem Berlin Center for Global Engagement (BSGE) schaffen wir eine Plattform für die Zusammenarbeit der BUA im Hinblick auf Kooperationen mit dem Globalen Süden sowie die Themen Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsdiplomatie. Das BCGE will hier neue und bestehende Initiativen und Projekte innerhalb der BUA bündeln und gezielt einen Raum für Austausch und Synergien schaffen. Populismus, Migrationsströme, Klimawandel, Coronavirus: All das sind große Herausforderungen für die akademische Forschung, ihre Gemeinschaft und Kultur. Deshalb suchen wir wissenschaftlichen Austausch mit Politik, Gesellschaft und akademischen Partner*innen im Globalen Süden, aber auch mit gefährdeten und geflüchteten Wissenschaftler*innen. Auf der dritten Ebene agieren wir im Rahmen der EU: Ein Verbindungsbüro der BUA in Brüssel ermöglicht Wissenschaftler*innen einen besseren Zugang zu EU-fokussierten internationalen Forschungsnetzwerken. Wir suchen den Austausch darüber, welchen Forschungsbedarf Europa hat, auch perspektivisch. Die BUA kann dort mit einer Stimme sprechen und strategische Angebote auf Basis seiner wissenschaftlichen Exzellenz machen.

 

Interview: Lars Klaaßen

 

Dr. Yoan Vilain ist kommissarischer Leiter der Abteilung Internationales an der Humboldt-Universität, hat einen Gastlehrstuhl für öffentliches Recht am Institut d’études politiques de Paris inne und ist Mitglied im Steering Committee der BUA „Internationalization“.