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Humboldt-Universität zu Berlin | Professional School of Education (PSE) | Nachrichten und Termine | Fritz-Karsen Chair 2016/2017: Impulse und Zukunftsperspektiven zum forschenden Lernen

Fritz-Karsen Chair 2016/2017: Impulse und Zukunftsperspektiven zum forschenden Lernen

Impulse und Zukunftsperspektiven zum forschenden Lernen gab es an der Humboldt-Univeristät dank der Fritz-Karsen Chairs, Professorin Angela Brew und Professor Jan van den Akker.
Fritz-Karsen Chair 2016/2017: Impulse und Zukunftsperspektiven zum forschenden Lernen

Professorin Angela Brew und Professor van den Akker an der Humboldt-Universität

Mit dem Fritz-Karsen Chair wurde 2012 von der Humboldt-Universität zu Berlin ein Programm initiiert, das eine möglichst breite Zusammenarbeit mit unterschiedlichen internationalen Akteur*innen aus der Lehrkräftebildung anvisiert. Zwischen Dezember 2016 und Juli 2017 konnten für einen Zeitraum von je insgesamt sechs Wochen zwei renommierte Professor*innen als Gastwissenschaftler*innen für die Humboldt-Universität zu Berlin im Rahmen des Jahresthemas der PSE gewonnen werden:

  • Prof. em. Dr. Angela Brew (Macquarie University, Sydney, Australien) und
  • Prof. Dr. Jan van den Akker (Netherlands Institute for Curriculum Development, Utrecht, Niederlande).

Mit ihrer Expertise wirkten beide in unterschiedlichen Arbeitsbereichen der Professional School of Education (PSE) und ermöglichten somit Impulse zur Reflexion und Weiterentwicklung des Lehramtsstudiums an der Humboldt-Universität, insbesondere zur Forschungsorientierung im Lehramt. Professorin Brew und Professor van den Akker reflektierten aus internationaler Perspektive Inhalte und Aufbau des Lehramtsstudiums der Humboldt-Universität. Die Arbeitsbereiche Inklusion (Projekt „FDQI-HU“ in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung), Forschendes Lernen (Projekt „Übergänge“ im Qualitätspakt Lehre) und die Mitarbeiter*innen um den Lehrstuhl Design Based Research (DBR) konnten von deren Aufenthalt im besonderen Maße profitieren.

Beide Wissenschaftler*innen gaben in Vorträgen zur Ringvorlesung  „Forschungsorientierung im Lehramt: Chancen und Herausforderungen“ Einblicke in ihre Forschung. Professor Jan van den Akkers Vortrag „Research-based Design with Teacher Design Teams“ am 16.05.2017 stellte die grundlegenden Prinzipien von Design Research in der Theorie und Praxis vor und gab u.a. Gelegenheit, Fragen zu forschenden Tätigkeiten von Lehrkräften zu diskutieren.

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bettina Rösken-Winter hat Prof. van den Akker auch  den Professor van den Akker im Workshop mit Studierenden und Dozierenden.Workshop „Design Research: What, Why and How“ umgesetzt, der dazu diente, die Teilnehmenden über den DBR-Ansatz zu informieren und diesen mit der eigenen Praxis zu reflektieren. Der DBR-Ansatz kann zur Qualitätsentwicklung in unterschiedlichen Bereichen, beispielsweise im Schulunterricht und in der Hochschullehre, eingesetzt werden und zeichnet sich durch eine zyklische Verknüpfung von Theorie und Praxis aus. Im Rahmen des Workshops waren die Teilnehmenden dazu eingeladen Fragen zu eigenen Projekten zu stellen und an der anschließenden Diskussion teilzunehmen, was äußerst positive Resonanz erfuhr.

Als ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der studentischen Forschung und deren Integration in die Hochschullehre wusste Professorin Angela Brew mit ihrem Vortrag zur Vereinbarkeit von Forschung und Lehre „Was Humboldt right? Should research and teaching be integrated and, if so, how would we be doing it?” ihre Zuhörer*innen zu begeistern. In der anschließenden Diskussion zeigte sich ein außerordentliches Interesse an didaktischen Tools und der Realisierbarkeit von Forschung mit Studierenden. Auch die Vizepräsidentin für Lehre, Prof. Dr. Ines Obergfell ging in ihrer Begrüßung auf die Notwendigkeit der Integration von Forschung in der Hochschullehre ein und zeigte großes Interesse am Thema des Vortrags.

Der gemeinsam mit Dr. Constanze Saunders angebotene Workshop „Giving students choices in research projects. How to decide for your class“ regte Dozierende unterschiedlicher Berliner Hochschulen zudem an, die eigene forschungsorientierte Lehre kritisch zu reflektieren. Anhand eines Modells verdeutlichte Professorin Brew mögliche Methoden systematischer Veränderungen, insbesondere hinsichtlich didaktischer Vorgaben und Freiheiten studentischer Forschung. Das praxisorientierte Modell wurde von den Workshop¬teilnehmer*innen besonders positiv aufgenommen.
Innerhalb der PSE bestand weiterhin eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Gastdozierenden und Vertreter*innen der Arbeitsbereiche:

Die Zusammenarbeit bezog sich auf inhaltlichen Austausch, Beratung, Planung sowie der Begleitung von Maßnahmen der Qualitätssicherung in der Lehre und Forschung (z. B. Curriculumsentwicklung).

Professorin Brew nahm außerdem an einer Seminarpräsentation von studentischen Forschungsprojekten teil und gab den Studierenden dort wertvolles Feedback und stand für einen Erfahrungsaustausch zur Verfügung. Im Seminar teilte sie mit den Studierenden wertvolle Einsichten in die Rolle von Forschung im Lehrberuf. Professor van den Akker beriet im Rahmen eines eintägigen Workshops Promovierende der Mathematikdidaktik zu ihren Forschungsarbeiten.

Auch nach den Fritz-Karsen Chair Aufenthalten setzt sich die Zusammenarbeit der PSE mit den beiden Wissenschaftler*innen fort. Dr. Saunders und Professorin Brew arbeiten weiterhin an einer empirischen Studie zur Förderung von Selbstständigkeit beim forschungsorientierten Lernen. Dazu wurden umfangreiche Literaturrecherchen durchgeführt und ein Forschungsdesign entwickelt sowie erste Daten erhoben. Das Paper wurde bereits auf einer internationalen Konferenz angenommen. Die Veröffentlichung finaler Forschungsergebnisse ist für Anfang des Jahres 2018 geplant.
Sowohl Professorin Brew als auch Professor van den Akker betonten ihr Interesse an einer für 2020 geplanten Publikation mit Beiträgen zum Forschenden Lernen im Lehramt, die nochmals das vielseitige Wirken des Fritz-Karsen Chairs während ihres Aufenthaltes an der Humboldt-Universität zu Berlin akzentuieren würden.

Die Gastaufenthalte konnten somit die von ihnen erwartete Ausrichtung auf eine Internationalisierung und erweiterte Forschungsorientierung für das Lehramt an der Humboldt-Universität erfüllen und darüber hinaus in der Qualitätssicherung der Arbeit einzelner PSE-Projekte hineinwirken. Zudem wurden weitere Kooperationen angebahnt.

 

Weitere Informationen auf unseren Webseiten:

 

Constanze Saunders, Malte Lehmann 18.8.2017