Deutschlandstipendium

Bild Wissen Gestaltung 2016/17

 

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Deutschlandstipendium-Themenklasse 2016/17

am Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung

 

Die Schering Stiftung fördert seit April 2016 den dritten Jahrgang der Deutschlandstipendium-Themenklasse am Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung: Alle 14 neuen Stipendiat_innen erhalten die Möglichkeit in vier Schwerpunkten, ihre eigenen interdisziplinären Forschungsprojekte, umzusetzen und werden dabei einzeln durch Wissenschaftler_innen vom Cluster betreut, fünf Stipendiat_innen wurden für ein halbes Jahr weitergefördert, um ihre Projekte abzuschließen.

Ab April 2016 wurden die Basisprojekte des Clusters in vier thematischen Schwerpunkten gebündelt und weitergeführt. Die Schwerpunkte sind:

 

 Active Matter
Naturstoffe wurden immer schon als (Bau-)Materialien genutzt. Angesichts neuer digitaler Gestaltungsmethoden gewinnt jedoch die Frage nach dem formgebenden Beitrag des Materials an Relevanz. Vor allem Architekt_innen und Ingenieur_innen nutzen heute immer häufiger das aktive Potential verschiedenster Materialien, also etwa die Fähigkeit des Materials, auf Umwelt zu reagieren und Außenbedingungen in Eigenaktivität umzuwandeln. Kernfrage des Schwerpunkts Active Matter ist das Verhältnis von intrinsischem und extrinsischem Code im Kontext von aktiven Materialien, die in der gegenwärtigen Materialforschung eine zentrale Rolle spielen. Eine der zentralen Herausforderungen liegt darin, codiertes Material und die es umgebenden Zustände nicht nur als mechanisches, sondern als informatisches Gefüge zu beschreiben.

 

 Bild & Handlung
Visualisierungen und Bildtechnologien gestalten unseren Alltag in vielen Lebensbereichen wie zum Beispiel in der Medizin oder im Gaming. Sie bestimmen in zunehmendem Maß die Möglichkeiten der medizinischen und therapeutischen Praxis. Operationen und therapeutische Maßnahmen werden auf Grundlage bildgebender Verfahren und computerbasierter Simulationen geplant, Patientenversorgung wird mittels Tablet-basierter Anwendungen strukturiert und Operationsroboter technisieren die Interaktion von Ärzt_innen und Patient_innen. In vielen Anwendungskontexten werden verschiedene Bildformen wie graphische Benutzerschnittstellen, Echtzeit-Videoaufnahmen oder digitale Modellierungen zu einer zentralen Schnittstelle, die Handlungen ermöglichen und steuern. Bildmedien sind damit mehr als nur Formen der Sichtbarmachung, sie wirken auf Körper, Akteur_innen, Raumgestaltungen und Arbeitsprozesse ein. Ausgehend von solchen Anwendungssituationen der medizinischen Praxis sowie vergleichbarer Kontexte untersucht der Schwerpunkt Bild & Handlung aus einer interdisziplinären Perspektive die spezifischen Formen und Einsatzweisen von Bildtechnologien, die zur Unterstützung und Anleitung von Operationen eingesetzt und mit diesen verschaltet werden.

 

 Formprozess & Modellierung
Der Mensch gestaltet und in der Natur gibt es Gestaltung: Tiere wie Menschen nutzen Werkzeuge und konstruieren Architekturen. Von Tieren geschaffene und natürliche Formen wie zum Beispiel Bienenwaben oder Flügel inspirieren seit jeher die Forschung. Heute nehmen sich Wissenschaftler Naturformen, die durch modernste Hochleistungsmikroskope auch im Nanobereich sichtbar sind, zum Vorbild.  Der Schwerpunkt Formprozess & Modellierung widmet sich den verschiedenartigen Voraussetzungen und Prozessen der Formbildung und Formveränderung in Natur und Kultur sowie dem Verhältnis von Form und Modell, die im Hinblick auf intrinsische und extrinsische Faktoren von Gestaltung und auf ihre funktionale und historische Bedingtheit hin analysiert werden.
 

 

 Architekturen des Wissens
Das Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung versteht sich nicht nur inhaltlich als Labor; auch räumlich werden in interdisziplinären Versuchsanordnungen unterschiedliche Wissensformen miteinander kombiniert, neue Erkenntnisse destilliert sowie kollaborative Prozesse erprobt. Diese Arbeitsformen und  -räume sind heutzutage nicht mehr nur von ihrer gebauten Umwelt beeinflusst, sondern auch durch virtuelle Formen der Generierung, Speicherung und des Austauschs von Wissen geprägt. Der Schwerpunkt Architekturen des Wissens untersucht am Beispiel des Clusters das Zusammenspiel von Personen, Räumen und Gegenständen und hat dabei die Verknüpfung der virtuellen und realen Architekturen in einem stimmigen architektonischen Gesamtkonzept als zentrales Anliegen. Ein Themenfokus des Schwerpunkts ist das „Spiel“. Dabei geht es um Spielräume, die Kulturtechnik des Spiels, Motivationsdesign, digitale Spiele, Virtuelle Realität und Gamification. Raum wird hier nicht nur zum Gegenstand, sondern auch zum Objekt von Experiment und Gestaltung.

 

 

 

Sommertreffen Schering Juli16 1 WS Interdiszplinarita¦êt Juli16 3

WS Typografie Dezember15 1 Sommertreffen Schering Juli16 4

 

 

Präsentation der Projekte 2015/16

 

Nachdem die Stipandiaten ein Jahr lang gemeinsam in der Themenklasse forschten, stellten sie nun ihre Forschungsergebnisse in einer Abschlusspräsentation unter dem Motto: "beobachten - entwerfen - verbinden" vor.

Hier sind die einzelnen Poster zu den Basisprojekten 2015/16 zu finden: