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Präsidium zu aktuellen Herausforderungen in der Forschung im Präsenznotbetrieb

by Abteilung Kommunikation, Marketing und Veranstaltungsmanagement posted on 30.04.2020 17:40 last modified 04.05.2020 09:54

Liebe Professor*innen,
liebe Postdoktorand*innen und Promovierende,
liebe Forschende, 
liebe Kolleg*innen, 

der Mai steht vor der Tür und wir befinden uns in der sechsten Woche des Präsenznotbetriebes. Das digitale Semester läuft auf Hochtouren. Es ist eine große Freude und für viele eine Überraschung, dass dies in so kurzer Zeit so gut gelungen ist. Aber natürlich haben uns die vergangenen Wochen auch Stress, Missverständnisse und Probleme beschert. Das tägliche Leben hat sich verändert: Wir diskutieren nun in Zoom-Sitzungen und machen unsere Erfahrungen mit digitalen Medien – in der Lehre wie auch in Teambesprechungen. Sogar der Akademische Senat fand als Videokonferenz statt. Neben all diesen Neuerungen geht vieles seinen gewohnten – digitalen – Gang. 

So läuft beispielsweise die Unterstützung der Forschungsorganisation gut. Die Online-Kurse der Humboldt Graduate School werden von unseren Doktorand*innen rege genutzt. Die Administration der Drittmittelprojekte im Servicezentrum Forschung (SZF) läuft auch im Homeoffice weiter. Rechnungen werden digital bearbeitet, Nachweise erstellt und Mittel abgerufen, Einstellungs- und Weiterbeschäftigungsanträge bearbeitet. Bei Anträgen zu Drittmittelprojekten wird natürlich weiter umfassend beraten. Und die Universitätsbibliothek wird nächste Woche die Ausleihe und Rückgabe von Literatur wieder ermöglichen.

Auch die Humboldt-Innovation kümmert sich um Projekte der Auftragsforschung und wissenschaftliche Dienstleistungen, begleitet neue Projektideen und -anfragen und treibt sogar die Planungen wissenschaftlicher Kongresse und Tagungen für die zweite Jahreshälfte und für das nächste Jahr gemeinsam mit den Forschenden voran – natürlich unter Berücksichtigung der weiterhin schwierigen Situation mit der Corona-Krise.

Die Pandemie zeigt überdeutlich, dass sie wissenschaftlich betrachtet kein rein medizinisches Problem ist, sondern ein interdisziplinäres, auf das viele Einzeldisziplinen Teilantworten entwickeln können und sollen. So haben sich manche von Ihnen konkreten Forschungsprojekten zum Thema Corona gewidmet oder sich mit ihrer Expertise in Psychologie, Rechts- und Sozialwissenschaften oder Theologie in Stellungnahmen und gegenüber Medien geäußert.

Große interdisziplinäre Fragestellungen müssen im Fächer- und Institutionenverbund bearbeitet werden. Die Berlin University Alliance (BUA) hat sich dies auf die Fahnen geschrieben und wird sich mit den Grand Challenges Themen annehmen, die für die globale Gemeinschaft relevant sind. Der thematische Rahmen der ersten beiden Grand Challenges der BUA – Social Cohesion und Global Health – zeigt, dass die BUA flexibel und rasch auf aktuelle Entwicklungen reagiert. So fördert sie bereits Forschung zum Coronavirus mit einem Verbundprojekt, an dem die HU beteiligt ist sowie mit einer Sonderausschreibung (Antragsfrist bis zum 5.5.) 

Diese Form der Förderung durch die BUA war ein wichtiger Teil des Antrages und beginnt nun zu leben. Damit die großen und kleinen Verbundprojekte effizient und ohne große Reibungsverluste für die Forschenden umgesetzt und gesteuert werden können, wird das Land Berlin eine Kollaborationsplattform aufbauen. Der Gesetzentwurf dazu befindet sich in der Anhörung, und die Akademischen Senate aller drei Universitäten haben sich vergangene Woche damit befasst. Von dieser strukturellen Steuerungsmöglichkeit der BUA hängt der Erfolg und die Wirksamkeit der vielen gemeinsamen Projekte ab, die der Verbund in den kommenden Jahren umsetzen und fördern wird.

Doch das ist noch ein Stück Weg. Ganz akut rückt jetzt der dringend nötige, aber langsam und mit Bedacht zu organisierende Ausstieg aus dem Lockdown näher. Dieser ist komplexer als der schnelle Einstieg in den Präsenznotbetrieb. Viele von Ihnen fragen, wann sie wieder an ihre Laborbänke, an die Versuchsanordnungen und in ihre Büros mit all ihren Büchern und wichtigen Dokumenten kommen. Zwar kümmert sich seit Wochen das Kernpersonal vor Ort um Tiere, Pflanzen und andere Prozesse in den Laboren. Doch es drängt viele von Ihnen zurück in die Institute, an die Arbeit, zu den Experimenten. Wir verstehen das absolut. Uns ist klar, dass zum Beispiel Langzeitstudien nicht über Monate auf Eis gelegt werden können.

Lösungen dazu hat das Präsidium intensiv mit den Fakultäten erörtert. So wurden etwa Nutzungs- und Hygienekonzepte erstellt, mit denen die Arbeit in Laboren und Büroräumen vor Ort möglich werden kann. 

Nach wie vor bleibt die Universität für den Präsenzlehr- und Publikumsverkehr geschlossen. Zur Eindämmung der Pandemie gilt, dass alle Arbeiten von Zuhause aus durchgeführt werden sollten, soweit dies möglich ist. 

Für zwingend erforderliche wissenschaftliche und administrative Tätigkeiten vor Ort organisieren die Fakultäten den Zutritt über Präsenzpläne, um die Anwesenheitszeiten zu steuern. Details dazu übermitteln wir separat an die Fakultäten, von denen Sie weitere Informationen erhalten. Zugang zu einem HU-Gelände und Räumen haben weiterhin ausschließlich Mitarbeiter*innen, die der Fakultät von den zuständigen Leitungen im Rahmen der Präsenzplanung gemeldet werden. 

Mit freundlichen Grüßen

 

Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst
Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Dr. Peter Frensch
Vizepräsident für Forschung