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Gewissenlos gewissenschaft

Tagesspiegel-Sonderseiten : Humboldt-Uni
14.04.2003

Gewissenlos gewissenhaft

Menschenversuche im Konzentrationslager

"Wie konnten Ärzte so etwas tun?" Diese Frage stellt sich jedem, der eine KZ-Gedenkstätte betritt. Die Ausstellung versucht eine Antwort darauf zu geben. Sie tut dies mit Hilfe von zeitgenössischen Fotografien, Dokumenten und Objekten aus Gedenkstätten, Archiven und Museen in Deutschland, Frankreich, Polen, Israel und den USA.

Vom 24. April bis 27. Juli wird im Berliner Medizinhistorischen Museum an der Charité die Ausstellung "Gewissenlos- gewissenhaft. Menschenversuche im Konzentrationslager" gezeigt. Nur ein Teil der Exponate stammt aus der menschenverachtenden Welt der Konzentrationslager oder aus den Büros der Schreibtischtäter. Der andere Teil dokumentiert die "ganz normale" Welt außerhalb der Konzentrationslager. Die Möglichkeit, jenseits aller medizinischen Ethik Häftlinge als "menschliche Versuchskaninchen" zu missbrauchen, führte zu zahllosen "Forschungsaufträgen" aus Universitäten, Wirtschaft, Wehrmacht. Die Häftlinge mussten unvorstellbare Qualen erdulden. Tausende von ihnen büßten dabei ihre Gesundheit ein, Hunderte von ihnen starben.
Die in den Lagern experimentierenden Ärzte waren keine abnormen Persönlichkeiten. Viele von ihnen waren hochqualifizierte Wissenschaftler, die nicht nur aus Forschungsinteresse, sondern auch aus persönlichen Motiven handelten. Die Versuche waren die grausame Konsequenz aus dem Zusammenwirken der menschenverachtenden NS-Diktatur und einer experimentell orientierten naturwissenschaftlichen Medizin, die bislang auf Versuche am Tier angewiesen war und der sich nun das "Versuchstier Mensch" anbot.

Berliner Medizinhistorisches Museum an der Charité
Schumannstraße 20/21, 10117 Berlin (Mitte).
Öffnungszeiten: Di, Do, Fr 10 - 17 Uhr, Mi 10 - 19 Uhr, Sa, So 10 - 17 Uhr

Das Museum finden Sie auch im Internet.

 

Tagesspiegel-Sonderseiten : Humboldt-Uni
14.04.2003