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Gezielter einkaufen und cleverer lernen

Zwei Startups bieten Service für Verbraucher

Sie gehen einkaufen. Sie sehen ein Schnäppchen. 149 Euro prangt in roten Zahlen auf der Preistafel über einem Drucker. Sie denken, den nehme ich mit. Zuhause erweist sich das neu erstandene Gerät gar nicht als Schnäppchen. Bei der nachträglichen Internetrecherche stellt sich außerdem heraus, dass auch die Testberichte gar nicht so gut ausfallen.

Foto: BarcooDamit es einem nicht so ergeht, braucht man eigentlich nur ein mobiles Telefon. Unter der Internetadresse www.barcoo.mobi lässt sich ein Barcode-Scanner für das Handy herunterladen, mit dem Einkaufen viel einfacher wird. Im Kaufhaus muss nur noch der Barcode des gewünschten Produkts eingescannt werden, schon erscheinen nützliche Informationen auf dem Display: Preis- und Testvergleiche, Benutzerbewertungen, Ökoinformationen oder auch Buchrezensionen. Wer im Supermarkt steht und Barcodes von Lebensmitteln einscannt, erhält beispielsweise Informationen über Fettgehalt, gesättigte Fettsäuren, Zucker- und Salzgehalt. Ob Lebensmittel, Technik oder Bücher: der Service ist kostenlos.

„Über unseren Barcodescanner können mehrere Millionen Produkte abgefragt werden“, erklärt Tobias Bräuer, einer von drei Gründern des Berliner Startup barcoo. Die drei Jungunternehmer verknüpfen im Internet bereits vorhandene Verbraucherinformationen, darunter Bewertungen von etwa 400 Fachmagazinen, die ein Einzelner aufwändig recherchieren müsste, und geben sie an den Nutzer weiter.

„Bislang sind es etwa 50 Prozent der gängigen Handytypen, bei den anderen 50 Prozent können die Barcodes per Hand eingetippt werden“, sagt Bräuer. Das im November 2008 gegründete Unternehmen wird derzeit durch das Programm „Exist“ von der Europäischen Union und dem Bundesministerium für Wirtschaft finanziert. Der Sitz der Firma befindet sich in Räumen der Humboldt-Universität, denn barcoo wird auch von der Humboldt Innovation GmbH unterstützt, die potenziellen Gründern mit Informationen hilft.

Auf der Etage, auf der barcoo seinen Sitz hat, befindet sich auch ein weiteres Start up, das von der Humboldt-Innovation GmbH gefördert wird. Sofatutor will Schüler und Studierende ansprechen. „Wir bieten eine interaktive Online-Videoplattform an, auf der es ausschließlich Bildungsvideos zu sehen gibt“, erklärt Alexander Weise, einer von drei Unternehmensgründern. Sofatutor ist Nachhilfeunterricht per Internet. Dieser dauert im Schnitt nicht länger als zehn Minuten. Nach jedem Video kann der Lernerfolg mit einem Multiple-Choice-Test überprüft werden. In Mathematik können Jugendliche Stoff von der 7. bis zur 13. Klasse abrufen. Mittelfristiges Ziel ist es, den gesamten Schulstoff sowie Studiengänge wie Medizin, Jura oder Betriebswirtschaftslehre abzudecken.

Um die Plattform zu testen, will das Team demnächst in einem Pilotprojekt Schüler bei den Vorbereitungen auf die Abiturprüfung beziehungsweise den mittleren Schulabschluss gezielt unterstützen. Die HU-Absolventen produzieren einen Teil der Videos in ihren Räumen selbst. Etwa 1500 Lehrvideos befinden sich zurzeit auf der Plattform. Das besondere an sofatutor ist aber, dass jeder mitmachen und eigene Videos mit Bildungsinhalten hochladen kann. Die Qualität wird von einem pädagogischen Beirat überprüft, dem 60 Menschen angehören. Die Videomacher werden in Abhängigkeit von der Nutzerzahl ihres Videobeitrags bezahlt. Wichtig ist den drei Gründern, dass der Service für die Nutzer kostengünstig ist. Der monatliche Beitrag wird nicht teurer als eine Nachhilfestunde sein.

Ljiljana Nikolic


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