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Kleine Kicker trainieren und Flüchtlingen helfen

Allen Statistiken zum Trotz engagieren sich Studierende auch heutzutage.

Seit Beginn meines Studiums engagiere ich mich in der Akademischen Selbstverwaltung. Aktuell bin ich Mitglied der Gründungskommission für die Lebenswissenschaftliche Fakultät und im Institutsrat. Eines meiner wichtigsten Projekte war die Neukonzeption des Bachelor- und Master-Studiengangs Psychologie. Wir wollten die alten Studiengänge nicht in ein neues Korsett zwingen, sondern eine geeignete Antwort auf Bologna finden – mit einer studierfähigen und nachhaltigen Studienordnung. Gegenwärtig möchte ich, dass die Interessen der Studierenden mehr Gewicht haben, wenn Strukturentscheidungen getroffen werden. Damit unsere Universität neben all der exzellenten Forschung ihre Studierenden nicht vergisst.

Martin Grund studiert im 10. Semester Psychologie auf Diplom mit dem Schwerpunkt Kognitive Neurowissenschaft und Human-Computer Interaction.

Kinder zu fördern und ihre sportlichen Fähigkeiten zu verbessern, ist ein Teil meiner wöchentlichen Arbeit. Seit gut zwei Jahren bin ich ehrenamtlicher Fußballtrainer für den Friedenauer TSC. Warum ich mich ehrenamtlich engagiere und auch als Student am Ball bleiben will? Ganz einfach: Sich für seine eigenen Interessen und gleichzeitig auch für das Wohl Anderer einzusetzen, bereitet mir große Freude. Es ist immer wieder spannend, Trainingseinheiten zu gestalten, Spiele zu analysieren und sich mit Spielern und Eltern über Leistungsstand, Entwicklung und Verhalten ihrer Kinder zu verständigen. Für unsere Arbeit werden wir mit Lob, Respekt und Anerkennung belohnt. Was man an Leidenschaft investiert, bekommt man fast immer doppelt so dankbar wieder zurück.

Chris Seifert studiert im ersten Semester Philosophie, Ethik und Geschichte auf Lehramt.

Minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland einreisen, sind häufig traumatisiert. Sie stammen oft aus Kriegsgebieten, haben den Weg nach Deutschland unter großen Gefahren zurückgelegt. Im Asylverfahren müssen sie einen bürokratischen Hindernisparcours bewältigen. Dem sind sie allein sprachlich nicht gewachsen. Es ist vorgeschrieben, dass Minderjährige einen Vormund zugeteilt bekommen. Die Organisation AKINDA steht ihnen beiseite. Ich engagiere mich seit einem Jahr als Vormund und treffe mich regelmäßig mit meinem Mündel – sei es, um amtliche Termine wahrzunehmen oder gemeinsam zum Zahnarzt zu gehen. Studium, Job und Ehrenamt zu vereinen, ist nicht einfach, aber den Ausgleich zur akademischen Welt finde ich unglaublich bereichernd.

Lisa O’Conner studiert Geschichte und Philosophie.

Die Freiwilligensurveys zeigen, dass in den 2000er Jahren die Quote von freiwillig engagierten Studierenden in Deutschland abnimmt. Das hat vielfältige Gründe. Dazu gehören die Strukturveränderungen im Hochschulsystem, wie die Bologna-Reform, welche die zeitlichen Handlungsspielräume für ein freiwilliges Engagement einschränken dürften. Doch mit dem „Service Learning“ gibt es einen neuen Weg, zivilgesellschaftliche Institutionen und bürgerschaftliches Engagement in die Hochschulen zu holen. Dabei werden gemeinnützige Projekte von Studierenden mit wissenschaftlichen Seminarinhalten verknüpft. Und konkrete Lebens- und Arbeitswelten finden Eingang in die Lehre.

Sebastian Braun ist Direktor des Instituts für Sportwissenschaft, Leiter des Forschungszentrums für Bürgerschaftliches Engagement und assoziierter Professor am Institut für Sozialwissenschaften.