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Exzellenter Nachwuchs – fit für die Forschung

Neu gegründete Humboldt Graduate School soll junge Wissenschaftler aus aller Welt anziehen


In der Graduiertenbildung will die Humboldt-Universität exzellenten Doktorandinnen und Doktoranden aus aller Welt eine Promotion mit Qualitätssiegel bieten – an der neu gegründeten Humboldt Graduate School (HGS). Sie wird strukturierte Promotionsprogramme mit hohem Qualitätsanspruch unter einem Dach versammeln, Qualifizierungsangebote bündeln und Serviceleistungen übernehmen.

„Wir wollen unsere Promovierenden fit machen für ihre erste eigenständige Forschungsleistung“, erklärt Hans Jürgen Prömel, Vizepräsident für Forschung. „Die Humboldt Graduate School schafft den Rahmen, damit die Forschung im Mittelpunkt stehen kann.“ Mit der HGS werde ein Markenname geschaffen, der für Qualität bürgt.

Die Leitbilder, nach denen die HGS ihre Programme aufnehmen und evaluieren will, sind Wettbewerb, Transparenz, Internationalität und Betreuung. Zur individuellen Begleitung des Karrierewegs wird die Schule ein fachübergreifendes Mentoring-Programm anbieten. Mit Formalien und Verwaltung sollen sich die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht mehr herumschlagen müssen. Es werden außerdem Qualifizierungsmaßnahmen angeboten, die auf eine Forschertätigkeit ausgerichtet sind. Methodenkurse und Trainingsprogramme sollen den Promovierenden forschungsrelevante Fähigkeiten vermitteln.

Die Ideen der Humboldt Graduate School basieren auch auf Erfahrungen, die in bestehenden Promotionsprogrammen an der Humboldt-Universität gemacht werden. Die Universität hat bislang 13 DFG-geförderte Graduiertenkollegs, sowie elf weitere Graduiertenschulen, die teils als Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, teils aus eigener Kraft eingerichtet wurden. Darunter sind auch zwei vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte herausragende internationale Programme, das Graduiertenprogramm Medical Neurosciences an der Charité und die Berlin Graduate School of Social Sciences (BGSS) am Institut für Sozialwissenschaften. Sie sollen ihren Platz in der HGS finden, ebenso wie die in der Exzellenzinitiative erfolgreichen Graduiertenschulen.

Im Programm Medical Neurosciences treffen zurzeit 30 internationale und nationale Promovierende aus den Bereichen Medizin und Naturwissenschaften wie Biologie, Chemie, Psychologie zusammen. Sie arbeiten auf dem Gebiet der Zell- und Molekularbiologie mit Focus auf den Neurowissenschaften.

„Zwei Mal im Jahr besuchen die Promovierenden ein einwöchiges, fachliches Trainingsprogramm, sie müssen an wöchentlichen Seminarreihen teilnehmen und einmal im Jahr ein Symposium organisieren“, erklärt Lutz Steiner, der Koordinator des Programms, das beispielhafte Begleitprogramm. Die Wissenschaftler werden damit nicht nur auf die spätere Karriere vorbereitet. Die regelmäßige Präsentation der Arbeit dient der eigenen Kontrolle des Arbeitsfortschritts und macht die Doktoranden unabhängiger vom alleinigen Urteil ihres Doktorvaters.

Die Berlin Graduate School of Social Sciences, an der gegenwärtig 31 Promovierende studieren, wurde 2005 als eines von fünf „best practice“ Beispielen des DAAD-PHD-Programms ausgezeichnet. Sie befasst sich mit vergleichender sozialwissenschaftlicher Forschung rund um Europa. „Wir planen, die erste Phase unseres Promotionsprogramms und unseren Master Sozialwissenschaften zu verknüpfen“, erklärt Martin Nagelschmidt, wissenschaftlicher Geschäftsführer der BGSS, Neuerungen des Programms.

Herausragende Master-Studierende können erste Schritte in die Promotionsphase machen, noch während sie ihren Master vollenden. Und ausländischen Graduierten, denen Know-how in speziellen Bereichen fehlt, wird eine Vorbereitung auf die sozialwissenschaftliche Promotion geboten. Der zweite und größere Teil des Programms dient dem eigenen Forschungsvorhaben. „Dazu müssen obligatorische Meilensteine bewältigt werden, wie Forschungspraktika, -aufenthalte, Vorlage von Theoriekapiteln, Konferenzpapiere und Zeitschriftenartikel“, sagt Martin Nagelschmidt.

Die beiden Programmkoordinatoren freuen sich, dass mit der Gründung der Humboldt Graduate School Qualitätsstandards für Promotionsprogramme institutionalisiert werden und auch darüber, dass alle in der HGS Zusammengeschlossenen bald unter ein Dach ziehen werden. „Wir hoffen, dass andere Fächer auf den Zug aufsteigen und der hohe Anspruch zum Standard wird.“ Ljiljana Nikolic

Informationen im Internet:

http://forschung.hu-berlin.de/wiss_nachw/hgs_html

www.medical-neurosciences.de

www.sowi.hu-berlin.de/studium/bgss