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Heisenberg-Professur für Bernstein Forscher Martin Rolfs

Pressemitteilung vom Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience: Martin Rolfs vom Bernstein Zentrum Berlin (BCCN Berlin) wurde am 19. Dezember 2017 zum Heisenberg-Professor für „Allgemeine Psychologie: Aktive Wahrnehmung und Kognition“ an der Humboldt Universität zu Berlin ernannt.

Martin Rolfs
Martin Rolfs, Foto: Kopf & Kragen

Am 19. Dezember 2017 ist Martin Rolfs zum Heisenberg-Professor für „Allgemeine Psychologie: Aktive Wahrnehmung und Kognition“ ernannt worden. Diese Professur markiert nicht nur einen entscheidenden Karriereschritt von Martin Rolfs; sie zeigt auch, dass die Strukturen um das Bernstein Zentrum Berlin (BCCN Berlin) gerade junge Forschende in ihren wissenschaftlichen Karrieren maßgeblich unterstützen. Eine Professur für Allgemeine Psychologie klingt zunächst nach einem sehr klassischen Forschungsmodell. Martin Rolfs möchte diese Professur jedoch modern ausgestalten. Traditionell versucht die Psychologie menschliches Erleben und Verhalten in einer Abfolge von Wahrnehmung, Kognition und Handlung zu verstehen. Die Sicht hierauf hat sich in den letzten Jahren jedoch sehr stark verändert, nachdem Forscher aus Europa und den USA schon vor gut 20 Jahren für ein integratives Verständnis von Wahrnehmungsprozessen warben. Wahrnehmung wird mehr und mehr als interaktiver Prozess betrachtet auf den sowohl Kognition als auch Verhalten zurückgreifen und der von unseren Handlungen massiv beeinflusst wird.

Rolfs würde dieses wissenschaftliche Plädoyer heute noch breiter interpretieren: Um ein grundlegendes Verständnis psychischer Leistungen zu erreichen, müssen wir über Disziplingrenzen hinweg im Zusammenschluss forschen. Solch interdisziplinäres Forschen ist strukturell in nur wenigen Kontexten so deutlich etabliert wie im Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience. Deshalb hatte das Bernstein Zentrum Berlin für ihn großen Einfluss auf die Wahl seines Forschungsumfeldes.

„Für mich bedeutet die Heisenberg-Professur, dass ich zu Themen meiner Wahl am Ort meiner Wahl forschen und lehren kann,“ so Rolfs. “Ich hatte alternative Rufe nach Hamburg und Kalifornien. Beides sind attraktive Standorte. Heisenberg erlaubt es mir, in Berlin zu forschen, einer Stadt in der ich in den letzten Jahren ein starkes, interdisziplinäres Netzwerk aufbauen konnte und in der ich großes Potential sehe, meinen Forschungsbereich dauerhaft international sichtbar zu machen.“

Nebst seiner exzellenten Qualifikation als international vernetzter Forscher ist Martin Rolfs vor allem auf ein gut funktionierendes strukturelles Umfeld für seine innovativen Forschungsansätze angewiesen. Rolfs sieht den Mehrwehrt seiner Standortwahl für Berlin deshalb vor allem in dem über Jahre gewachsenen interdisziplinären Selbstverständnis der Berliner Arbeitsgruppen und dem Interesse an gemeinsamen Initiativen und Projekten, das gerade am BCCN Berlin gelebt wird.

Für die Computational Neuroscience und den Standort Berlin ist die Heisenberg-Professur ein kleiner Meilenstein, der zeigt, dass Forschung ‚made in Berlin’ international auf Augenhöhe agiert.

Über die Heisenberg-Professur

Die Heisenberg-Professur ist eine Weiterentwicklung des Heisenberg-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG und bereitet ebenso wie das Stipendium auf wissenschaftliche Leitungspositionen vor. Sie bietet, wenn die Kandidatin oder der Kandidat sich bewährt, zusätzlich die verlässliche Aussicht auf eine Professur.

Über das Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience

Das Bernstein Netzwerk ist ein Forschungsnetzwerk im Bereich der computergestützten Neurowissenschaft. Dieses Feld verbindet experimentelle Ansätze der Neurobiologie mit theoretischen Modellen und Computersimulation. Das Netzwerk wurde 2004 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufen. Mit dieser Förderinitiative hat das BMBF bis heute die Forschungsdisziplin der Computational Neuroscience mit einem Gesamtvolumen von mehr als 180 Millionen Euro unterstützt. Nach mehr als 10 Jahren Förderung versammeln sich im Bernstein Netzwerk mehr als 200 Forschungsgruppen. Es ist nach dem deutschen Forscher Julius Bernstein (1839-1917) benannt, der die erste biophysikalische Erklärung für die Ausbreitung von Nervensignalen lieferte.

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