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Benjamin Kiesewetter erhält ERC Starting Grant für philosophische Untersuchung zu Normativität

1,5 Millionen Euro Fördermittel für das Projekt „The Structure of Normativity“ am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität
Benjamin Kiesewetter

Benjamin Kiesewetter, Foto: Katrin Beushausen

Der promovierte Philosoph Benjamin Kiesewetter erhält einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) für sein Forschungsprojekt „The Structure of Normativity“ im Rahmen des europäischen Forschungsprogramms Horizon Europe. Seine Arbeitsgruppe am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin wird sich aus philosophischer Perspektive mit dem Begriff der Normativität beschäftigen. 

Menschliches Denken, Fühlen und Handeln ist durch normative Urteile geprägt. Kiesewetter möchte der Hypothese nachgehen, dass sich alle diese Urteile auf einen normativen Kernbegriff zurückführen lassen – den Begriff des Grundes, der für oder gegen eine bestimmte Handlung oder Überzeugung spricht. Dieser in der jüngeren Fachliteratur unter dem Namen „Reasons-First Approach“ bekannte Ansatz soll im Rahmen des Projekts zum ersten Mal systematisch und über die Grenzen verschiedener philosophischer Teildisziplinen hinweg untersucht werden. „Das Projekt wird Moralphilosophie, Erkenntnistheorie, Emotionstheorie und andere Bereiche der Philosophie zusammenbringen, um ein einheitliches Verständnis normativer Urteile zu erarbeiten – ein wichtiges Desiderat in der gegenwärtigen philosophischen Forschung“, erklärt Kiesewetter. Dabei sollen neue, Gründe-basierte Analysen normativer Phänomene entwickelt werden, etwa von Rechten und Pflichten, der Rechtfertigung von Überzeugungen oder der Angemessenheit von Emotionen.

„Die Philosophische Fakultät und das Institut für Philosophie der Humboldt-Universität freuen sich sehr über die Bewilligung eines ERC Starting Grants für Benjamin Kiesewetter“, sagt Prof. Dr. Thomas Schmidt, Prodekan für Forschung der Philosophischen Fakultät. „Benjamin Kiesewetter wurde bei uns promoviert und sein ERC-Erfolg ist auch eine Bestätigung der am Institut für Philosophie betriebenen exzellenten Nachwuchsförderung“, ergänzt Prof. Dr. Tobias Rosefeldt, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Philosophie. „Dies gilt umso mehr, als sich das Institut bemüht, herausragenden Nachwuchswissenschaftler:innen Karriereperspektiven zu bieten, die ihnen frühzeitig eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten ermöglichen.“

Über die ERC Starting Grants

ERC Starting Grants unterstützen Nachwuchswissenschaftler:innen am Beginn ihrer unabhängigen Karriere. Bewerber:innen können zwei bis sieben Jahre nach der Promotion ein Projekt für einen Starting Grant einreichen, wenn sie bereits Publikationen als Erstautor:in, (inter-)nationale Wissenschaftspreise oder Vorträge auf internationalen Konferenzen vorweisen können. Mit der Fördersumme von maximal 1,5 Millionen Euro für eine Dauer von fünf Jahren können die Nachwuchswissenschaftler:innen eine eigene Arbeitsgruppe aufbauen. 

Zur Person

Benjamin Kiesewetter wurde an der Humboldt-Universität mit einer Arbeit zur Normativität der Rationalität promoviert. Seine Dissertation, die in überarbeiteter Form bei Oxford University Press erschienen ist, wurde mit dem Humboldt-Preis und dem Stegmüller-Preis ausgezeichnet. Neben seiner Monographie hat er zahlreiche Aufsätze in international führenden Fachzeitschriften mit peer review veröffentlicht. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Metaethik, der Moralphilosophie und der politischen Philosophie. Kiesewetter hat im DFG-geförderten Projekt „Prinzipien des deliberativen Sollens“ am Institut für Philosophie der HU sowie im DFG-geförderten Projekt „Wissen und Entscheidung“ an der Universität Hamburg und der Technischen Universität Dresden geforscht. Forschungsaufenthalte und -positionen führten ihn an die University of California in Berkeley (USA), die Universidad Torcuato di Tella in Buenos Aires (Argentinien) und die Australian National University in Canberra (Australien). Seit Oktober 2021 ist er Fellow an der DFG-geförderten Kollegforschungsgruppe „Menschliche Fähigkeiten“, die an der Freien Universität und der Humboldt-Universität angesiedelt ist.

Weitere Informationen

Kontakt 

Benjamin Kiesewetter
Institut für Philosophie
Humboldt-Universität zu Berlin

Tel.: +49 30 2093 70491
benjamin [dot] kiesewetter [at] hu-berlin [dot] de

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