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Mining Stories. Bergbauforschung im Portrait

Gold, Kupfer und Quecksilber – das sind einige der Rohstoffe, die in den Minen von Kirgisien, Chile, Mexiko und Tansania abgebaut werden. In einer Portraitreihe berichten drei Doktorandinnen und Doktoranden der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) aus ihrer Forschung zum Bergbau. Ganz in der Tradition Alexander von Humboldts

Als reisender Naturforscher wurde Alexander von Humboldt weltberühmt. Dass dem eine Blitzkarriere im Bergbau voranging, ist weit weniger bekannt. „Morgens war er sechs Stunden unter der Erde, nachmittags hörte er Vorlesungen, am Abend und die Hälfte der Nacht lernte er für den nächsten Tag." So beschreibt Daniel Kehlmann in seiner literarisierten Biografie das Studium des wissbegierigen Humboldts an der Bergbauakademie in Freiberg. Das Pensum von drei Jahren absolvierte er innerhalb weniger Monate, mit nur 23 Jahren wurde er Oberbergmeister und trat in dieser Stellung zwischen 1772 und 1776 eine kleine Revolution los. Humboldts ganzheitlicher Blick richtete sich auf Mensch, Natur und Wirtschaft gleichermaßen: Als Philanthrop und Gelehrter verbesserte er die Arbeitsbedingungen unter Tage und unterrichtete die Bergleute nach Schicht im Schacht. Als Kameralist erhöhte er die Erträge solch wertvoller Schätze wie Silber, Eisen oder Schiefer. Und als Höhlenbotaniker erforschte er die lichtlose Pflanzenwelt.

Damit war er bei Weitem nicht der letzte "Humboldtianer", der im Bergbau ein spannendes Forschungsfeld fand. Auch heute finden junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in und rund um die Minen ihren Forschungsgegenstand. So hat sich am Integrativen Forschungsinstitut zu Transformationen von Mensch-Umwelt-Systemen (IRI THESys) an der Hmboldt-Universität zu Berlin (HU) eine Gruppe von vier Doktorandinnen und Doktoranden gegründet, deren Promotionsprojekte allesamt dem Bergbausektor gewidmet sind.

 

Modell eines Berges
Modell des geplanten Minenstandortes in Maydan. Foto: Beril Ocaklı 2015

„Bergbau gilt oft als schmutzig", bedauert Beril Ocakli, von der die Idee zur interdisziplinären Arbeitsgruppe stammt. "Dabei steckt das Thema voller persönlicher Geschichten, die eng mit unserem Gesellschaftssystem verbunden sind." So sei der Bergbau schon immer eine Geschichte der Hoffnung gewesen. Man denke nur an den Goldrausch, der das große Glück versprach. Gleichzeitig schüre der Stollen Ängste und Abwehr. Seit Humboldts Zeiten ist dabei der Raubbau an der Natur viel stärker ins Zentrum des Bewusstseins gerückt, auch wenn die alltägliche Praxis oft anders aussieht. Fakt ist, dass es einen nachhaltigen Bergbau nicht geben kann, darin sind sich die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler einig. Dennoch wehren sie sich gegen eine Schwarz-Weiß-Betrachtung und Pauschalverurteilung. In ihrer Feldforschung in vier verschiedenen Ländern auf drei Kontinenten begegnen sie überall Menschen, die in der Mine ihre einzige Chance auf ein Einkommen sehen oder die leidenschaftlich dagegen aufbegehren. Beide Seiten hören sie sich geduldig an.

Weitere Informationen

IRI THESys

Folge 2: Kupferabbau in Chile. Der Traum junger Indigener?

Folge 1: Eine Frage des Vertrauens

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