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„In den letzten vier Wochen war es ein Vollzeitjob“

HU-Student Max Böhner organisierte mit Studierenden ein Symposium – gefördert von der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft. Im Interview berichtet er, welche Erfahrungen sie gesammelt haben.

Max Böhner
Max Böhner, Foto: Martin Ibold

Die Humboldt-Universitäts-Gesellschaft (HUG) fördert Studierende bei der Organisation wissenschaftlicher Symposien. Bis zu zwei Veranstaltungen pro Semester unterstützt sie mit jeweils maximal 5.000 Euro. Studierende aller Fachrichtungen haben die Möglichkeit, Themen ihrer Wahl zu bearbeiten und sich breiter wissenschaftlich zu vernetzen. Die Studierenden Max Böhner, Anna Bitter, Robert Britten und George Neish haben im Sommer 2017 ein Symposium veranstaltet. Welche Erfahrungen sie gesammelt haben, berichtet Böhner, der Master-Student am Institut für Kunst- und Bildgeschichte ist.

Herr Böhner, Sie haben zusammen mit Ihren Kommilitonen das studentische Symposium „Produktive Äquivalenz“ veranstaltet, auf welchem die Metapher transdisziplinär durchleuchtet wurde. Gibt es ein Fazit, zu dem Sie gefunden haben?

Böhner: Es gab spannende Vorträge und Performances, Theorie und Praxis standen sich nicht gegenüber, sondern haben gut miteinander funktioniert. Die Metapher hat sich als besonders lohnenswerter Gegenstand erwiesen und auch als Methode, vor allem wegen der ihr innewohnenden Aufforderung Äquivalenzen herzustellen. Wir haben auch gemerkt, dass wir ohne Metaphern nicht auskommen, was wir uns davor aber schon dachten.

Wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren an den drei Tagen vor Ort?

Der Samstag war der Tag mit den meisten Interessierten, insgesamt waren 150 Teilnehmende da. Generell war es schön zu sehen, wie sich so viele Menschen non-hierarchisch und intergenerational austauschen. Dadurch haben wir gelernt, Transdisziplinarität als übergreifende Herangehensweise zu verstehen, bei der inklusiv gearbeitet wird und über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut werden kann.

Ihr Symposium war also eine tolle Erfahrung – die Sie wiederholen würden?

Ja! Weil es uns so viel Spaß gemacht hat, erfolgreich war und viel Resonanz von außen kam, sind wir gerade dabei, eins für den nächsten Sommer zu planen. Im Moment bauen wir ein Netzwerk namens Produktive Äquivalenz auf, das die genannten Symposiumsansätze nicht nur namentlich fortführt.

Gibt es etwas, das Sie beim nächsten Mal anders machen würden?

Nein.

Sie haben auch nichts unterschätzt, vor allem den Zeitaufwand?

Weil wir schon bei verschiedenen Symposien mitgewirkt haben, war der Aufwand keine Überraschung.

Wie viel Zeit haben Sie also investiert?

Schon elf, zwölf Monate, wir haben die Stunden nicht gezählt. Gerade in den letzten vier Wochen war es ein Vollzeitjob, davor gab es wöchentliche Treffen. Aber es hat sich mehr als gelohnt. Man braucht auf jeden Fall Hilfe. Wir haben uns Helferinnen, also Freunde, Geschwister, Kommilitoninnen und Kommilitonen, dazu geholt und Interessierte, die auch, was das Netzwerk betrifft, jederzeit auf uns zukommen konnten und können. Auch die Bewerbung einer Veranstaltung ist zeitaufwendig, aber unerlässlich – das reicht von der Webseite über Flyer, Plakate, Social Media bis hin zur Kommunikation mit Instituten und Presseabteilungen. Es war auch gut, die HUG als „safety net“ zu wissen.

Welche Tipps können Sie künftigen Bewerberinnen und Bewerbern geben, sei es in Bezug auf das Thema, den Antrag, das Konzept und die Durchführung eines Symposiums?

Es gibt keine Themen, die man nicht bearbeiten kann. Man muss nur eine aktuelle Frage stellen, eine interessante Methodologie und ebensolche Sprecherinnen und Sprecher haben. So kann man auch Gängiges neu, um- oder quer denken. Am besten wählt man ein Thema, mit dem man sich schon beschäftigt hat und das kreativ gestaltet werden kann. Wenn man schon beim Call for Papers auf größtmögliche Diversität achtet, werden die Panels gewinnbringender. Diese sollten auch kontrovers strukturiert sein, damit, wenn man etwa drei Einreichungen aus der Physik hat, diese Physikerinnen nicht unter sich sind. Dementsprechend müssen die Teilnehmenden aber auch Offenheit, Neugierde und die Anerkennung anderer Felder und Meinungen mitbringen. Man selbst muss kritisch sein, aktuelle Forschungsstände kennen, mit Dozierenden sprechen und Deadlines beachten – sonst bringt das beste Konzept nichts. Bei der Durchführung braucht man kundige Helferinnen und Helfer, die sich um die Anmeldung kümmern, das Buffet, die Betreuung der Gäste und, das darf man nicht vergessen, die Dokumentation.

Das Interview führte Michael Thiele.

„Produktive Äquivalenz – Netzwerk für transdisziplinäres Arbeiten” wird Ende des Sommersemesters 2018 ein weiteres Symposium veranstalten. Weitere Informationen und den Newsletter des Netzwerks gibt es unter metaphernsymposium@gmail.com.

Die aktuelle Bewerbungsfrist der HUG läuft bis zum 11. Februar 2018.

Weitere Informationen

Humboldt-Universitäts-Gesellschaft

 

 

 

 

 

 

 

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