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Humboldt-Universität zu Berlin

Heinrich Adolf von Bardeleben

* 01.03.1819 Frankfurt/Oder, † 24.09.1895 Berlin
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  • 1848 Professor in Greifswald

  • 1862 Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

  • 1868 Professor für Chirurgie und zugleich Direktor der Charité in Berlin

Rektor der Berliner Universität 1876/77

Bardeleben beginnt seine berufliche Laufbahn als Assistenzarzt in Heidelberg, es folgt die Berufung nach Greifswald. Er begründete eine eigenständige deutsche Chirurgenschule und löste sich damit von der bisher dominierenden französischen Chirurgie.

Mit der Tätigkeit als Herausgeber des "Handbuchs der Chirurgie und Operationslehre" (1897–82) schuf er ein Standardwerk, das in Deutschland lange führend war und wichtige Grundlagen für die chirurgische Methodik legte. Als einer der Ersten führte er die Listersche Methode der antiseptischen Wundbehandlung auf dem Kontinent ein. Dies gelang ihm unter anderem, weil er den Listerschen Verband billiger und schneller herstellen ließ.

In den Kriegen 1866 und 1870/71 diente er als Generalarzt. Auch danach unterhielt er Kontakt zur Militär-Medicinalverwaltung, nahm Einfluss auf die Reorganisation des militärischen Sanitätswerks und veröffentlichte Schriften zur Kriegschirurgie, in denen er die kriegschirurgische Bedeutung der neueren Geschosse erläuterte.

Nach dem Tode Jüngkens wird er 1868 als dessen Nachfolger an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin berufen. Großen Wert legte er auf die Qualität des klinischen Unterrichts. Besonders wichtig war ihm der klinische Operationskurs. Bardeleben gilt als hervorragender Lehrer der chirurgischen Anatomie.

Fragen von Ausbildung und Unterricht sind Gegenstand seiner Rektoratsrede von 1877 "Über die Bedeutung wissenschaftlicher Studien für die Ausbildung der Ärzte". Als Direktor der Chirurgischen Klinik der Charité war er bis zu seinem Tode 1895 tätig.

1872 wurde er Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Nachdem er den schwerkranken Kaiser Friedrich Wilhelm III. behandelt hatte, wurde er 1891 in den preußischen Adelsstand erhoben.

Über einen Zeitraum von 44 Jahren lieferte Bardeleben Texte über die Allgemeine Chirurgie und die Gefäßchirurgie für Virchows Jahresberichte. In deutschen und französischen Zeitschriften hat er Zeit seines Lebens publiziert.