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Humboldt-Universität zu Berlin

Karl Friedrich Wilhelm Dieterici

* 23.08.1790 Berlin, † 30.07.1859 Berlin
Abbildung
  • 1813–1814

  • Offizier im Hauptquartier Blüchers während der Freiheitskriege

    1834

  • Professor für Statistik und Staatswissenschaften in Berlin

    1835

  • Direktor des Statistischen Büros in Berlin

    1847

  • Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin
1841/42
1851/52

Dieterici studierte ab 1809 in Königsberg und Berlin Rechte, Geschichte, Jura, Philosophie und Mathematik. Als Ingenieur-Geograf und Offizier erlebte er im Hauptquartier Blüchers die Feldzüge gegen Frankreich mit. Nach dem Dienst in der Armee wurde ihm das Assessorexamen erlassen und er arbeitete in der Regierung in Potsdam.

Prägend für ihn war die Begegnung mit Johannes G. Hoffmann, dessen staatswissenschaftliche Vorlesungen er in Berlin hörte. Dieterici wurde von Hoffmann selbst als Nachfolger sowohl für den Lehrstuhl der Staatswissenschaften als auch als Direktor des Königlich Preußischen Statistischen Büros, das Hoffmann gründete, vorgeschlagen. Dieterici setzte sich dafür ein, dass das Büro für die gesamte Staatsverwaltung zuständig ist. Einige Fachministerien wollten statistische Aufgaben selbst erledigen. 1848 gründete er die Zeitschrift "Mittheilungen des statistischen Bureaus". Ab 1850 folgte die Publikation der so genannten Blaubände, in denen er die Statistiken des Büros mit Erläuterungen veröffentlichte. Er fügte auch Verwaltungsstatistiken hinzu und setzte sich generell für die Erstellung der kontinuierlichen Verwaltungsstatistik ein.

An der Universität hielt er Vorlesungen über Staatswissenschaft, Polizeiwissenschaft, Finanzwissenschaft und den Zollverein, verfasste mehrere Arbeiten zur Statistik des Zollvereins und zur amtlichen preußischen Statistik. 1847 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie. In dieser Funktion entstanden zahlreiche Abhandlungen zur Statistik von Bevölkerungsfragen.

Kurzfristig war er ab 1848 Mitglied der ersten Kammer, zog sich aber bald wieder aus der Politik zurück, weil seine liberalen Ansichten in Widerspruch zur Regierung standen.

Dieterici machte sich für die Vereinheitlichung der Statistiken deutscher Staaten stark. Angehende Statistiker außerhalb Preußens lud er zu Fortbildungen ein.

Er engagierte sich für seine Studenten und führte neben der Vorlesung ein Seminar für Referate und Diskussionen ein.