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Humboldt-Universität zu Berlin

Christian Gottfried Ehrenberg

* 19.04.1795 Delitzsch, † 27.06.1876 Berlin
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  • 1827 ao. Professor für Geschichte der Medizin in Berlin

  • 1827 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften

  • 1839 Professor für Geschichte der Medizin und Physiologie in Berlin

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1855/56

 

Christian Gottfried Ehrenberg begann 1815 mit dem Studium der Theologie in Leipzig, ging 1818 nach Berlin und widmete sich dem Studium der Medizin und der Naturwissenschaften. Bereits 1818 wurde er mit einer Arbeit über Pilze promoviert. Von 1820 bis 1825 unternahm er zusammen mit Friedrich Hemprich eine Expedition in den Nahen Osten und nach Arabien. Sie erkundeten Teile Ägyptens, Palästinas, der Libyschen Wüste, des Niltals und der Nordküste des Roten Meeres. Eine weitere Expedition 1825/26 führte sie durch Syrien, Saudi-Arabien und das damalige Abessinien (Eritrea). Im Ergebnis der Reise brachte Ehrenberg nicht nur einzelne dürftige Exemplare, sondern in zahlreichen Formenreihen möglichst guter Individuen viele Exponate mit nach Berlin. Zur wissenschaftlichen Auswertung hatte er 3000 Pflanzenarten in über 46000 Exemplaren und über 4000 Tierarten in 34000 Individuen zusammengebracht.

Nach dieser Reise wurde Alexander von Humboldt ein starker Förderer der wissenschaftlichen Bestrebungen Ehrenbergs. Humboldt, von der russischen Regierung zu einer geognostischen Untersuchung des Urals und des Altais aufgefordert, lud Ehrenberg und Gustav Rose ein, ihn bei der Arbeit zu unterstützen. Zwischen den großen Gelehrten jener Zeit entstand eine lebenslange, auch wissenschaftliche Freundschaft. Nach dieser Reise konzentrierte sich Ehrenberg auf die Erforschung von Kleinstorganismen. Er beschrieb tausende neuer Arten, darunter auch heute immer noch so bekannte, wie das Augentierchen und das Pantoffeltierchen. Sein besonderes Interesse galt in späteren Jahren den Einzellern. Er konnte nachweisen, dass das Meeresleuchten auf Mikroorganismen zurückgeht.

Heute befinden sich die Exponate im Berliner Museum für Naturkunde in der Historischen Schrift- und Bildgutsammlung. Seine Arbeiten betreffen, trotz seines anderslautenden Lehramtes, die mikroskopische Zoologie. Er gilt als der Begründer der Mikropaläontologie. Viermal war er Dekan der Medizinischen Fakultät.