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Humboldt-Universität zu Berlin

Karl Holl

* 15.05.1866 Tübingen, † 23.05.1926 Berlin
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  • 1896 Privatdozent für Kirchengeschichte in Berlin

    1901 ao. Professor in Tübingen

    1906 Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte in Berlin

    1914 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1924

 

Philosophie und Theologie studierte Karl Holl am Tübinger Stift. Während seines kurzen Vikariats in Württemberg promovierte er und wurde 1891 Repetent am Tübinger Stift. Auf Betreiben von Adolf von Harnack wurde er 1891 als wissenschaftliche Hilfskraft an der Preußischen Akademie tätig und habilitierte sich 1896 an der Berliner Theologischen Fakultät. Dort war er als Privatdozent tätig. Auf eine außerordentliche Professur für Kirchengeschichte wurde er 1901 in Tübingen berufen. Eine Berufung zum ordentlichen Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte an die Friedrich-Wilhelms-Universität erfolgte 1906. Seine Rektoratsrede hielt er am 15.10.1924 zum Thema "Urchristentum und Religionsgeschichte". Im Dezember 1914 erfolgte die Berufung zum ordentlichen Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Karl Holl war von 1912 bis 1926 Ephorus des evangelisch-theologischen Konvikts Johanneum in Berlin.

Holl wurde einer der bedeutendsten protestantischen Kirchenhistoriker Deutschlands. Die theologische Entwicklung Holls ist durch die Denkrichtung von Ferdinand Baur aus Tübingen geprägt.

Ein Meisterstück der Editionskunst ist die Ausgabe der Werke des Epiphanius (1915), über deren handschriftliche Überlieferung Holl bereits 1910 geschrieben hatte. "Euthusiamus und Bußgewalt beim griechischen Mönchtum. Eine Studie zu Simeon, dem neuen Theologen" (1898) zeigt Holls Liebe zur Ostkirche. Er erlernte die russische Sprache, um Tolstoj und anderen modernen Russen nahe zu kommen. Die tiefste Wirkung aber hatte seine Arbeit über Martin Luther, der bis heute grundlegende Bedeutung beigemessen wird.

Holls Beiträge interpretieren das lutherische Religions- und Gottesverständnis als "Gewissensreligion" und lösten eine "Luther-Renaissance" aus. Er stellte die so genannte Rechtfertigungslehre wieder in den Mittelpunkt der Theologie.