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Humboldt-Universität zu Berlin

Ernst Eduard Kummer

* 29.01.1810 Sorau (Zary), † 14.05.1893 Berlin
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  • 1842 Professor für Mathematik in Breslau

    1855 Professor für Mathematik in Berlin

    1857 Träger des Grand Prix des Sciences Mathématiques

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1868/69

 

Im Jahre 1828 entschloss sich Ernst Eduard Kummer, Sohn eines Arztes, an der Universität in Halle Theologie zu studieren. Durch die Vorlesungen des Mathematikprofessors Heinrich Ferdinand Scherk beeinflusst, schlug Kummer jedoch den Weg des Mathematikers ein. Er wurde 1831 aufgrund der erfolgreichen Lösung einer mathematischen Preisaufgabe promoviert.

Nach zehnjähriger Tätigkeit als Gymnasiallehrer in Liegnitz folgte er im Jahre 1842 dem Ruf der Universität Breslau, bis er im Jahre 1855 die Nachfolge Peter Gustav Lejeune Dirichlets an der Berliner Universität antrat. Mit Hilfe seines ehemaligen Schülers

Leopold Kronecker und seines Kollegen Karl Weierstraß, beide Mathematiker, gründete Kummer im Jahre 1861 nicht nur das erste Seminar für reine Mathematik, sondern entwickelte Berlin zu einem Mittelpunkt für dieses Fach­gebiet. Wie sein Vorgänger Dirichlet war auch er bis 1874 als Professor für Mathematik an der Kriegsschule, der späteren Kriegsakademie, tätig.

Während seines Schaffens betrieb Kummer Forschungen zu unterschiedlichsten Teilgebieten der Mathematik. Zunächst verfasste er eine Abhandlung zu den hypergeometrischen Reihen, in der er die bereits von Johann Carl Friedrich Gauß untersuchte Thematik weiterführte. Später machte sich Kummer mit bedeutsamen Arbeiten auf den Gebieten der Zahlentheorie und der Funktionentheorie verdient, die ihm im Jahr 1857 den Grand Prix des Sciences Mathématiques der Pariser Akademie einbrachten. Des Weiteren setzte er sich mit dem Bereich der Differentialgeometrie auseinander und entwarf vielfältige Theorien, u. a. die Theorie der idealen Primzahlen (1851) oder die Theorie der idealen Zahlen, die bis heute einen wichtigen Bestandteil der Zahlentheorie bildet. Als eine der wichtigsten Entdeckungen des Mathematikers ist die "Kummersche Fläche" zu nennen, die Ergebnisse aus der Flächentheorie und Untersuchungen zu den Strahlensystemen miteinander verbindet.