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Humboldt-Universität zu Berlin

Bernhard Rudolf Konrad von Langenbeck

* 08.11.1810 Padingbüttel bei Hannover, † 29.09.1887 Wiesbaden

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  • 1841 ao. Professor für Physiologie und pathologische Anatomie in Göttingen

    1842 Professor für Chirurgie in Kiel

    1848 Direktor der Charité in Berlin und gleichzeitig auch Professor für Chirurgie in Berlin

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1866/67

 

Nach seinem Medizinstudium in Göttingen promovierte Langenbeck 1835 über die krankhafte Veränderung des Augapfels in Form von Geschwülsten. Im darauffolgenden Jahr erhielt er ein Reisestipendium, damit konnte er in Frankreich, England, Holland und Belgien seine Studien fortführen. Nachdem er sich 1838 habilitiert hat, berief ihn die Göttinger Universität zum außerordentlichen Professor. Zunächst noch auf Fragen der pathologischen Forschungen bedacht, wandte sich Langenbeck immer stärker der experimentellen Chirurgie zu. 1842 folgte die Ernennung zum Professor für Chirurgie in Kiel. Während des Krieges Schleswig-Holsteins mit Dänemark im Jahre 1848 unterstand Langenbeck als Generalstabsarzt das gesamte chirurgische Sanitätswesen.

Im selben Jahr trat er die Nachfolge von Johann Friedrich Dieffenbach als Direktor der Charité an. Langenbeck entwickelte die Berliner Charité zu einem Zentrum für moderne Chirurgie und war weiterhin als Generalstabsarzt der preußischen Armee tätig. Seine Festrede zum Geburtstag der königlichen Majestät im März 1866 hielt er an der Universität zu dem Thema "Über die Pflege der Verwundeten im Kriege 1864". Langenbeck machte sich um die Verbesserung und Weiterentwicklung der Kriegschirurgie verdient und entwickelte zahlreiche Instrumente, die in der Medizin noch heute erfolgreich verwendet werden.

Während seiner Lehrtätigkeit bildete er viele Schüler aus, u. a. Theodor Billroth, einen der bedeutendsten Chirurgen des 19. Jahrhunderts oder Friedrich von Esmarch, den Begründer des zivilen Samariterwesens in Deutschland. Mit seinen Schülern Theodor Billroth und Ernst Julius Gurlt gründete Langenbeck 1860 die Zeitschrift "Archiv für klinische Chirurgie" und schuf zusammen mit Rudolf Virchow und Albrecht von Graefe die "Berliner Medizinische Gesellschaft". Zwölf Jahre später wurde auf Anregung Langenbecks die "Deutsche Gesellschaft für Chirurgie" ins Leben gerufen, deren erster Vorsitzender er war.