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Humboldt-Universität zu Berlin

Simon Schwendener

* 10.02.1829 Buchs in der Schweiz, † 27.05.1919 Berlin
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  • 1860 Privatdozent für Botanik in München

    1867 Professor in Basel

    1877 Professor in Tübingen

    1878 Professor für Botanik in Berlin

Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1887/88

 

Schwendener wuchs in der Schweiz im Kanton St. Gallen auf und sollte eigentlich den elterlichen Bauernhof übernehmen. Nachdem er zunächst das Lehrerseminar besuchte, studierte er von 1849 bis 1850 in Genf Naturwissenschaften und Mathematik und wurde 1856 an der Universität Zürich zum Dr. phil. promoviert.

Ab 1857 war er Assistent bei Carl Wilhelm von Nägeli, mit dem er nach München ging und bei dem er sich habilitierte. Mit ihm zusammen gab er 1867 das grundlegende Werk "Das Mikroskop" heraus. Die von Schwendener und Nägeli begründete mathematisch-physikalische Theorie des Lichtmikro­skops wurde später von Ernst Abbe ausgebaut und vollendet.

Dank seiner herausragenden Mikro­skopiertechnik und Beobachtungsfähigkeit konnte er die Natur der Flechten aufklären. Er wies nach, dass es sich um Doppelorganismen aus Algen und Pilzen handelt.

Als Vertreter der mechanistischen Naturauffassung war er bestrebt, die Vorgänge und Erscheinungen in der Botanik nach mechanischen Gesetzen zu deuten. 1878 publizierte er seine "Mechanische Theorie der Blattstellungen".

Er beschäftigte sich bei seinen Untersuchungen vor allem mit Themen wie dem Bau der Blattgelenke sowie dem Saftstieg in der Pflanze. Auch konnte er zeigen, wie die charakteristischen Wandverdickungen der Schließzellen in enger Beziehung zur Funktion der Spaltöffnungen stehen. Schwendeners Untersuchungsergebnisse über den Bewegungsmechanismus der Spaltöffnungen sind noch heute in Schul- und Lehrbüchern der Botanik zu finden.

Über die Professuren in Basel und Tübingen kam er 1878 nach Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung 1910 als ordentlicher Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität wirkte. "Über Richtungen und Ziele der mikroskopisch-botanischen Forschung" war das Thema seiner am 15.10.1887 gehaltenen Rektoratsrede. Er gehörte zu den führenden Botanikern der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und gilt als Begründer der physiologischen Pflanzenanatomie.