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Wirtschaft

Lesetipps des Innovation Managements

Das Team des HU Innovation Managements stellt regelmäßig Bücher vor, die allen Humboldtianern, die ihre Ideen und Forschungsergebnisse in die Anwendung bringen möchten, eine Orientierung bieten und die Angebote der Fortbildung des Innovation Managements unterstützen.
Lesetipps des Innovation Managements

@nicolehoneywill

Nudge: Improving Decisions About Health, Wealth and Happiness – Thaler & Sunstein

Der Gewinner des Wirtschaftsnobelpreises 2017, Richard H. Thaler und Cass R. Sunstein geben in ihrem Buch „Nudge: Improving Decisions About Health, Wealth and Happiness“ einen aufschlussreichen Einblick, wie Entscheidungen getroffen werden. Im Alltag müssen wir ständig Entscheidungen treffen: was wir essen, wie wir unsere Altersvorsorge gestalten ob wir ins Fitnessstudio gehen usw.

Die Autoren zeigen wie unserer Denkprozesse funktionieren und dass sie leider viel weniger rational ablaufen, als wir glauben. Unserer Entscheidungen sind beeinflusst von „biases“, also kognitiven Verzerrungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen.

Die dahinterliegenden Denkprozesse (reflektiertes und „automatisches“ Denken) werden auch im Buch von Daniel Kahnemann „Thinking, Fast and Slow“ ausführlich beschrieben. Das Buch vereint Forschung aus der Verhaltensökonomie und Psychologie und plädiert für einen „libertären Paternalismus.“ Wenn der Kontext, in dem Individuen (begrenzt rationale) Entscheidungen treffen, beeinflusst werden kann um das Gemeinwohl zu fördern, so sagen die Autoren, ist das zwar paternalistisch, aber libertär, weil jeder die Freiheit behält sich anderes zu entscheiden. Eine solche Vorgehensweise kommt ohne Gebote und Verbote aus, auch wirtschaftliche Anreize bedürfen keiner Änderung.

Ein Beispiel für einen „Nudge“, einen „Stupser“, ist die Diskussion, um Organspende und die Frage, ob es ein automatisches „Opt-In“ oder „Opt-Out“ geben sollte. Jeder kann noch immer frei entscheiden, aber die Veränderung der „Default“-Einstellung kann zu gesellschaftlich erwünschten Ergebnissen führen. In Spanien beispielsweise gilt eine Widerspruchsregelung bei Spenden, d.h. man muss sich aktiv darum kümmern, kein Organspender zu sein. Die Zahl der Organspender liegt dort sehr viel höher als in Deutschland (43,8 : 10,6 Organspender pro Mio. Einwohner (2016)).

Natürlich wird der Ansatz von Thaler und Sunstein auch kritisiert: wie ist eine solche Beeinflussung z.B. ethisch vertretbar und in wieweit wird die Autonomie des Einzelnen eingegriffen?

„Nudge“ ist trotz allem ein sehr unterhaltsames Buch, mit dem man auch über sich selbst und seine Entscheidungen eine Menge lernen kann.

(Daniela Rings, Innovation Management)

 

The Creator’s Code: the six essential skills of extraordinary entrepreneurs – Amy Wilkinson

Amy Wilkinson, Dozentin aus Stanford, bereichert mit ihrem Buch „The Creator’s Code: the six essential skills of extraordinary entrepreneurs“ die Gründungsszene. Im Laufe von fünf Jahren führte sie 200 Interviews und betrieb umfangreiche interdisziplinäre Forschung, um neue Erkenntnisse zum unternehmerischen Erfolg zu gewinnen.

Die Interviews und Erfolgsgeschichten stammen von hochrangigen Unternehmen wie LinkedIn, eBay oder Dropbox, die mitunter mehr als 10.000 Beschäftigte haben. Dabei fragt sie: Wie schaffen es einige Menschen, aus ihren Ideen Unternehmen zu entwickeln, welche auf lange Sicht bestehen? Warum halten einige durch, während andere scheitern?
Sie stellt klar: auch die erfolgreichsten Gründer/innen unserer Zeit sind nicht mit allen notwendigen Fertigkeiten geboren, um ein 100 Millionen Dollar Unternehmen aufzubauen. Doch sie vereint ein kontinuierliches Arbeiten an bestimmten, für den Geschäftserfolg wichtigen Fähigkeiten und Einstellungen. Im Hinblick darauf ermutigt Wilkinson die Leser/innen, dass die Rezeptur des (Unternehmer/innen-) Erfolgs gelernt, geübt und umgesetzt werden kann. In der Auswertung des umfangreichen Materials ermittelt Wilkinson sechs Teilgebiete, die für die erfolgreiche Umsetzung der eigenen Idee notwendig sind und als ein „Roter Faden“ durch das Buch leiten.

  1. Find the Gap
    Zunächst ist es essentiell, eine Marktlücke zu erkennen, um die Bedürfnisse der Menschen mit dem angebotenen Service befriedigen zu können. In dieser Kategorie unterscheidet sie wiederum drei Arten von Unternehmer/innen:
    „Sunbirds“ transferieren Ideen über Grenzen hinweg durch Analogien wohingegen die „Architects“ Probleme durch „Was-wäre-wenn-Fragen“ herausstellen.
    „Integrators“ verbinden unterschiedliche Konzepte miteinander zu etwas Neuem.
  2. Drive for Daylight
    Nach Wilkinson ist es unabdingbar, die eigene Vision im Hinblick auf die Umsetzbarkeit im Fokus zu behalten. Es kommt dabei zwar auf ein hohes Tempo und Eigenreflektion an, was jedoch nicht in Besessenheit im Konkurrenzdenken ausarten sollte. Es wird empfohlen, von einem „to Date Denken“ (rückblickend, analysierend) zu einem „to Go Denken“ (zukunftsgetrieben) zu wechseln, um den nötigen Antrieb für seine Visionen zu entwickeln.
  3. Fly the OODA Loop
    Als dritte Fähigkeit stellt sie das Handeln nach dem OODA Kreislauf (observe, orient, decide, act) vor. Damit soll Stillstand im Entwicklungsprozess vermieden werden, sodass möglichst schneller und effektiver als die Konkurrenz Entscheidungen getroffen werden.
  4. Fail Wisely
    Fähigkeit Nr. 4: einen guten Umgang mit Fehlern zu kultivieren. Es ist sinnvoll eigene und fremde Fehler zu akzeptieren und sie als Chance zum Umdenken zu begreifen.
  5. Network Minds
    Erfolgreiche Unternehmer/innen sind besonders gut darin, sich zu vernetzen, sowohl online als auch offline. Nur so bekommt man die Chance mit anderen kreativen Köpfen in den Austausch zu treten und wiederum von ihnen und ihren Netzwerken zu profitieren.
  6. Gift small goods
    Das letzte Fähigkeit fasst Wilkinson unter dem zugegebenermaßen kurios klingenden Punkt „Geschenke“ zusammen. Im Verlauf wird klar, was sie damit meint: Seid großzügig zu Gründern in eurem Netzwerk, frei nach dem Motto: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft und stärken den Geschäftserfolg.

(Christina Stehr, Wagniscoach)

 

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