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Wirtschaft

Featured: Gründungsteam "eventasy"

Fast die Hälfte der Deutschen ist mit ihrer Freizeitgestaltung unzufrieden.* Kein Wunder: Zwar gäbe es vielerorts ein breit gefächertes kulturelles Angebot, jedoch nehmen die meisten Menschen diese Reichhaltigkeit nur sehr selten in Anspruch. Darunter leiden, neben ihnen selbst, auch die Künstler und Veranstalter.

Wie ist diese offenkundige Ineffizienz der Freizeit-Branche zu erklären? Das Team von eventasy ist davon überzeugt, dass sie v.a. auf den psychologischen Effekt des Choice Overload zurückzuführen ist, sozusagen einer – allerdings unterbewussten – Qual der Wahl bei der Entscheidung zwischen vielen ungefähr gleichwertigen Alternativen. Jeder, der schon einmal unverhältnismäßig lange nach einem passenden Film bei Netflix, Prime o.Ä. gesucht hat, wird dieses Problem nachvollziehen können. Wenn man seine Freizeit zusammen mit Freunden verbringen möchte, kommt zusätzlich zur Wahl der Freizeitgestaltung noch ein hoher Organisationsaufwand bei der Zusammenstellung der Möglichkeiten dazu: Verschiedene Interessen, Budgets, zeitliche Verfügbarkeiten usw. müssen aufeinander abgestimmt werden. Verständlich also, dass viele dies nur zu besonderen Anlässen auf sich nehmen.

eventasy möchte das ändern. Das mit dem Berliner Startup Stipendium geförderte Projekt entwickelt eine mobile App, die auf Knopfdruck Events aus den Angeboten verschiedenster Veranstalter (Theater, Workshops, Konzerte, usw.) auswählt, aufeinander abstimmt und dann zur direkten 1-Klick-Buchung anbietet. Das erfolgt angepasst an Restriktionen wie z.B. Budget und zeitlichen Verfügbarkeiten, abhängig von einem konfigurierbaren Überraschungsfaktor und v.a. optimiert auf Basis sowohl der Profile als auch der aktuellen Stimmungen und Wünsche aller Teilnehmer. eventasy lernt seine Nutzer dabei mit jedem Vorschlag besser kennen und ermöglicht ihnen so bei vergleichbaren Ausgaben eine spontanere, abwechslungsreichere und stressfreiere Freizeitgestaltung als zuvor. Davon profitieren auch Künstler und Veranstalter, da sie so deutlich mehr (inkrementelle) Buchungen erhalten.

Hinter eventasy stehen der Wirtschaftsinformatiker Dr. Patrick Winter, der sich in seiner Dissertation mit einem dem Choice Overload eng verwandten Phänomen beschäftigte, und der Betriebswirtschaftler David Berscheid, der diesen Effekt schon dutzende Male praktisch erlebt hat. Unterstützt werden sie von Marketing-Experte Spencer Arney. Als Mentor steht ihnen Prof. Dr. Stefan Lessmann vom Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik an der HU Berlin zur Seite.

Derzeit befindet sich die App noch in der Entwicklung. Dennoch können Interessierte den Ansatz bereits ausprobieren, indem sie sich ein momentan noch manuell zusammengestelltes Event-Programm organisieren lassen. Näheres dazu und zu eventasy allgemein findet sich auf der Webseite des Startups, https://eventasy.app.

 

 

* Vgl. Ulrich Reinhardt: Freizeit Monitor 2019. URL: http://www.freizeitmonitor.de/fileadmin/user_upload/freizeitmonitor/2019/Stiftung-fuer-Zukunftsfragen_Freizeit-Monitor-2019.pdf (27.08.2020)