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Förderbekanntmachung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Geschlechtsspezifische Besonderheiten bei Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten

Projektanträge sind bis zum 14. Februar 2020 einzureichen.

 

Gegenstand der Förderung

Es sollen Forschungsvorhaben gefördert werden, die zu einem besseren Verständnis sowie zur Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Besonderheiten im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention beitragen. Aktuell fehlen Erkenntnisse dazu, welche geschlechtsspezifischen Unterschiede bestehen, wie diese zu Stande kommen, wie diese erfasst werden können und wie Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten diese adäquat berücksichtigen können. Zwar gibt es erste wissenschaftliche Studien, die sich mit der Thematik beschäftigen, eine umfangreiche Erfassung insbesondere mit Bezug zu vulnerablen Zielgruppen liegt jedoch nicht vor.  


Geschlechtsspezifische Unterschiede beeinflussen eine Vielzahl möglicher Determinanten von Gesundheit und Gesundheitsverhalten. Sie können mit psychischen Belastungen verbunden sein, wie beispielsweise Diskriminierung und „Minority Stress“ bei Menschen, die sich nicht einem binären Geschlechterbild zuordnen. Geschlechtsspezifische Unterschiede gehen auch mit unterschiedlichen Bedarfen und Bedürfnissen einher. Diese Bedarfe, Bedürfnisse und Interessen unterscheiden sich zudem nach der Lebensphase, in der Menschen sich befinden, und anderen Faktoren, nach denen diese Gruppen sich weiter differenzieren lassen (z. B. Ethnizität, sozio-ökonomischer Status, Bildung, sexuelle Orientierung). Die Nutzung von Präventionsangeboten sowie spezifische Motive für Verhaltensweisen und gesundheitliche Kompetenzen werden auch durch geschlechtsspezifische Aspekte beeinflusst. Neue Erkenntnisse sind daher erforderlich, um Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention besser auf geschlechtsspezifische Bedarfe, gesundheitliche Risiken sowie Motive und Kompetenzen zuschneiden zu können.

Als Anhaltspunkt sind im Folgenden einige Beispiele genannt: 

  • Analyse von Mechanismen in den Lebenswelten, die geschlechtsspezifische Unterschiede entstehen lassen (z. B. Einfluss von Rollenerwartungen)
  • Identifikation geschlechtsspezifischer Bedarfe und Bedürfnisse für Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention
  • Erforschen von geschlechtsspezifischen Belastungen bei vulnerablen Zielgruppen 

Die geförderten Forschungsprojekte können je nach der zu bearbeitenden Fragestellung unterschiedliche methodische Ansätze verwenden. Neben qualitativen und quantitativen Ansätzen, sind auch „Mixed Methods“ Ansätze förderfähig. Darüber hinaus können neben empirischen Projekten, auch systematische Übersichtsarbeiten gefördert werden, die bereits verfügbare Studien zu geschlechtsspezifischen Aspekten zusammenfassen. 

Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind staatliche und nicht-staatliche (Fach-)Hochschulen, universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie gemeinnützige Körperschaften.  
Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und Ländern grundfinanziert werden, sowie Ressortforschungseinrichtungen kann nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihren zusätzlichen projektbedingten Aufwand bewilligt werden. Grundsätzlich wird kein Recht auf eine Förderung eingeräumt. 

 

Fördervoraussetzung

Wichtige Voraussetzungen für die Förderung sind:  

  • Anwendungsbezug: Das Potenzial des Projekts für eine spätere Anwendung im Rahmen von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention muss dargelegt werden. Eine Verwendung der Erkenntnisse für Maßnahmen in Lebenswelten oder für vulnerable Zielgruppen ist von besonderem Interesse.  
  • Auseinandersetzung mit gendertheoretischen Konzepten: Eine Auseinandersetzung mit gendertheoretischen Konzepten als Grundlage für die Konzeptableitung wird erwartet.  
  • Differenzierung der Zielgruppe: Im Projektantrag wird eine Zielgruppendifferenzierung vorausgesetzt. Neben einer Differenzierung nach Geschlecht ist eine weitere Ausdifferenzierung erforderlich, z. B. nach sozio-ökonomischen Faktoren oder Lebensphasen. 
  • Partizipation: Die Einbindung der adressierten Zielgruppe in die Forschungsvorhaben ist ausdrücklich erwünscht und sollte im Arbeitsplan erläutert werden.  
  • Interdisziplinarität: Eine interdisziplinäre Bearbeitung der Forschungsfragen sowie Zusammensetzung der Projektteams wird erwartet. Neben den Gesundheitswissenschaften sind auch angrenzende Wissenschaften, wie die Sozialwissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Psychologie, Pädagogik/Bildungswissenschaften oder Gender Studies mit einzubeziehe

 

Umfang der Förderung

Für die Förderung des Projekts kann grundsätzlich über einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren eine nicht rückzahlbare Zuwendung im Wege der Projektförderung gewährt werden. Bei Vorhaben wie bspw. Systematischen Übersichtsarbeiten ist die Höchstdauer 1 Jahr. 
Förderfähig ist der projektbedingte Mehraufwand, wie Personal- und Sachmittel, die nicht der Grundausstattung des Antragstellers zuzurechnen sind. Weiterhin sind Ausgaben förderfähig, die unmittelbar für die Umsetzung des Forschungsprojektes unabdingbar und wirtschaftlich im Verhältnis zu dem geförderten Projekt sind.  
Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen, die nicht in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der FraunhoferGesellschaft die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben individuell bis zu 100 % gefördert werden können. 

 

Weitere Informationen finden Sie hier.