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Bekanntmachung des BMBF: Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema "Ideenwettbewerb für innovative analoge und digitale Partizipationsformate und -technologien

Bewerbungen sind bis zum 18. Februar 2020 einzureichen

Förderziel und Zwendungszweck

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) prüft, im Jahr 2022 eine groß angelegte Partizipationsinitiative durchzuführen. Die Idee ist, Bürgerinnen und Bürger aufzufordern, Fragen zu wissenschaftlichen Themen an die Forschung zu formulieren. Basierend auf diesen Fragen kann ein breit angelegter partizipativer Prozess zu den Zielen und Potentialen von Wissenschaft und Forschung angestoßen werden.

Ziel dieser Partizipationsinitiative ist es, Kommunikation über Wissenschaft noch mehr in die Breite zu tragen (Wissenschaftskommunikation), den direkten Austausch zwischen Forschung und Gesellschaft zu stärken (Partizipationsansatz) und einen Ideenpool für die Wissenschaft und die Wissenschaftspolitik zu schaffen (Crowd Sourcing)

Die vorliegende Richtlinie des BMBF für einen Ideenwettbewerb soll der Vorbereitung einer solchen Maßnahme dienen sowie zur allgemeinen Konzeptentwicklung im Kontext partizipativer Maßnahmen im Bereich Wissenschaft und Forschung beitragen.

In Form eines Ideenwettbewerbs wird nach innovativen und kreativen Ansätzen gesucht, wie breite Partizipation neu gestaltet werden kann. Förderungsfähige Ideen und Anwendungen umfassen analoge wie digitale Werkzeuge/Ansätze zur Stärkung von gesellschaftlicher Teilhabe und Transparenz von Entscheidungsprozessen. Sie sollen als Grundvoraussetzung dem übergeordneten Ziel dienen, das lebhafte Interesse der Bevölkerung an Fragen von Wissenschaft, Forschung und Innovation aufzugreifen und Ergebnisse an die Politik zurück zu spiegeln. Die geförderten Vorhaben sollen in ihrer Gesamtheit innovative Formate für bi-/multi-direktionale Kommunikation schaffen und in ihrer Gestaltung über ein hohes Potential zur Übertragbarkeit auf eine Vielzahl von Themen verfügen. Thematisch gibt es keinerlei Einschränkungen.

Es sind Vorschläge erwünscht, die neben einem neuartigen Partizipationskonzept auch bereits einen zugehörigen Erprobungsanteil vorsehen. Zugleich sollen die Fördervorhaben die Prinzipien von Open Science oder Open Innovation berücksichtigen und die Ergebnisse Open Source bzw. Open Access zur Verfügung gestellt werden.

 

Gegenstand der Förderung

Ziel ist die Entwicklung von Formaten zum Einsammeln, Auswerten und Verwerten von Bürger-Fragen an die Wissenschaft. Gefördert werden Vorhaben, die methodisch und praktisch im Bereich der analogen und/oder digitalen Partizipation einen Erkenntnisgewinn und eine Weiterentwicklung darstellen.

Das BMBF fördert auf Grundlage der vorliegenden Bekanntmachung Einzel- und Verbundprojekte mit innovativen Ideen für inhaltliche und technische Umsetzung von neuen partizipativen Formaten, die auf der einen Seite in einer BMBF-Partizipationsinitiative 2022 zum Einsatz kommen könnten und auf der anderen Seite auch auf andere Partizipationsvorhaben übertragbar sind.

Im Rahmen der Förderung sollen unter anderem partizipative Vorhaben aus den Bereichen „Civic Technology“ (technische Lösungen zur Förderung der Beteiligung von Bürgern), „Scientific Literacy“ (bürgerschaftlicher Wissensstand und Wissenstransfer), Data-Visualisierung, Data-Journalismus und Wissenschaftskommunikation Berücksichtigung finden.

Die Forschungsergebnisse der geförderten Vorhaben sind unter einer Open Access Lizenz zu veröffentlichen. Hier wird die Verwendung einer Creative Commons Lizenz empfohlen. Mit der Veröffentlichung und der Lizenz muss in jedem Fall sichergestellt sein, dass die Erkenntnisse aus den geförderten Vorhaben der Öffentlichkeit sofort frei und unentgeltlich zugänglich sind.

Im Rahmen der geförderten Vorhaben entwickelte Software ist unter einer Open Source Lizenz (wir empfehlen die MIT-Lizenz) öffentlich zugänglich (z. B. über GitHub oder BitBucket) zur Verfügung zu stellen.

Grundsätzlich sollen die Projektvorhaben auch nach Ende der Förderphase Wirkung entfalten und einen Mehrwert generieren.

Die Erprobung der im Rahmen der Vorhaben zu entwickelnden Partizipationsansätze/‑anwendungen während der Laufzeit der Vorhaben ist wünschenswert. Dazu ist im Konzept die Darstellung eines Anwendungsbeispiels und/oder Erprobungsthemas anzugeben.

Die eingereichten Projekte müssen sich mindestens einer der im Folgenden genannten Kategorien als Schwerpunkt zuordnen. Diese Zuordnung muss inhaltlich erkennbar sein.

Die im Folgenden erwähnten Beispiele dienen lediglich der Erläuterung der jeweiligen Kategorien und sind nicht als Einschränkung oder Richtungsvorgaben zu verstehen, sondern sollen die thematische und methodische Offenheit dieser Förderrichtlinie unterstreichen.

  • Analoge und digitale Formate der Bürgeransprache und des Einsammelns der Bürgerfragen [...]
  • Auswertung und Visualisierung der Fragen der Bürgerinnen und Bürger [...]
  • Analoge und digitale Formate zur Rückbindung und Verwertung [...]

 

Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind Selbstständige und Freiberuflerinnen/Freiberufler ohne institutionelle Anbindung, die freiberuflich Initiativen im Kontext von Partizipation vorantreiben wollen sowie staatliche und private, staatlich anerkannte Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institu­tionen, Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft inkl. Startups, sonstige Stiftungen, Vereine und zivilgesellschaftliche Organisationen.

Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung bzw. einer sonstigen Einrichtung, die der nichtwirtschaftlichen Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient, in Deutschland verlangt.

Forschungseinrichtungen, die von Bund und/oder Ländern grundfinanziert werden, kann neben ihrer institutionellen Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben beziehungsweise Kosten bewilligt werden.

 

Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt.

Es werden Einzel- und Verbundprojekte mit einer Laufzeit von maximal sechs Monaten gefördert. Die Höhe der Zuwendung pro Projekt beträgt 10 000 Euro bis zu maximal 75 000 Euro (inklusive Projektpauschale) und richtet sich im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach den Erfordernissen des beantragten Projekts. Der geplante Start der Förderung ist der 1. September 2020.

Förderfähig sind hierbei projektbezogene Personalaufwendungen, Reisemittel sowie Sachmittel für die Erprobung.

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und für Vorhaben von Forschungseinrichtungen, die in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten. In der Regel können Unternehmen unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben (siehe Anlage) bis zu 50 % anteilfinanziert werden. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt. Bei Kleinstunternehmen (z. B. Startups) können individuell bis zu 95 % der Kosten gefördert werden.

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Selbstständige, Freiberuflerinnen/Freiberufler, Vereine sowie Hoch­schulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen, die nicht in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben, die unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben individuell bis zu 100 % gefördert werden können.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.