Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Wirtschaft

Humboldt-Universität zu Berlin | Wirtschaft | WTT-Plattform: Förderungen, Kooperationsanfragen und Veranstaltungen | Abgelaufen | Bekanntmachung des BMBF: Förderung von Forschungsvorhaben zum Thema "Post-Quanten-Kryptografie"

Bekanntmachung des BMBF: Förderung von Forschungsvorhaben zum Thema "Post-Quanten-Kryptografie"

1. Verfahrensstufe: Einreichungen bis spätestens zum 16. November 2018!

Die Fördermaßnahme setzt das Forschungsrahmenprogramm der Bundesregierung zur IT-Sicherheit „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt“ um und ist Teil der der "Neuen Hightech-Strategie – Innovationen für Deutschland". Bei der dort benannten prioritären Zukunftsaufgabe "Digitale Wirtschaft und Gesellschaft" geht es um innovative Lösungen für die Herausforderungen der digitalen Welt. Für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit ist die gelungene Entwicklung und Integration digitaler Technologien in industriellen Anwenderbranchen entscheidend. Informations- und Kommunikationssysteme sind wichtige Treiber innovativer Wertschöpfungsketten und Produkte in vielen Wirtschaftszweigen.

Gegenstand der Förderung

Gegenstand der Förderung bilden innovative und risikobehaftete Lösungen, die Quantencomputer-resistente kryptografische Verfahren in die Anwendung bringen.

a. Quantencomputer-resistente Verfahren und ihre Sicherheitseigenschaften
Die Entwicklung neuer kryptografischer Verfahren von der Grundlagenforschung bis zur Integration in Anwendungen dauert oft viele Jahre. Dies erfordert umfassende Kenntnisse der Funktionsweise von Quantenalgorithmen und etwaiger Hardwarekomponenten. Derzeit werden verschiedene Ansätze erforscht, um das gewünschte Sicherheitsniveau von Anwendungen auch in Gegenwart leistungsfähiger Quantencomputer weiterhin zu gewährleisten. Um zukünftige Anwendungen mit Quantencomputer-resistenten Verfahren auszustatten, ist es erforderlich, die Sicherheitseigenschaften und die Praktikabilität dieser Ansätze weitergehend zu untersuchen. Hierzu zählen unter anderem folgende Forschungsthemen:

  • Sicherheit und Effizienz von Verfahren
  • Entwicklung eines anwendungsorientieren Sicherheitsbegriffs
  • Seitenkanalresistenz von Implementierungen
  • Gewährleistung von langfristiger Sicherheit

b. Effiziente, sichere Soft- und Hardware für Quantencomputer-resistente Verfahren
Kryptografische Verfahren stellen die Kernkomponenten vieler Sicherheitsanwendungen dar. Sie sind zum Erreichen der Sicherheitsziele von zentraler Bedeutung. Ihre Implementierungen in Soft- oder Hardware sind jedoch anspruchsvoll, sowohl in Bezug auf die Auswahl geeigneter Verfahren als auch in Bezug auf ihre angriffsresistente Umsetzung. Ziel der Fördermaßnahme ist daher, Lösungen zu entwickeln, die sicher und effizient in vielen Anwendungen eingesetzt werden können.
Gefördert werden die Entwicklung und Umsetzung von
Krypto-Bibliotheken:

  • Quantencomputer-resistente Verfahren für Verschlüsselung, Schlüsselaustausch, digitale Signaturen und ­hybride Verfahren
  • Quantencomputer-resistente Verfahren für Produktklassen unterschiedlicher Speicher- und Rechenleistungskapazitäten, wie beispielsweise eingebettete Systeme, SmartCards, PCs oder Server

Krypto-Hardware:

  • Hardware-Bausteine unterschiedlicher Technologien
  • Agile Hardware-Beschleuniger

Werkzeugen für die Implementierung und das Testen von Verfahren

c. Lösungen für eine einfache Migration zu Quantencomputer-resistenten Verfahren

Vorausschauendes Handeln ist entscheidend für langfristige Sicherheit. Daher sind bereits heute Lösungen zu entwickeln, die später eine einfache Migration zu Quantencomputer-resistenten Verfahren ermöglichen. Eine Migration erfordert sowohl die Evaluierung Quantencomputer-resistenter Verfahren, die Erstellung neuer oder die Anpassung vorhandener Architekturen und Protokolle als auch deren effiziente und sichere Realisierung in Soft- und Hardware.

Forschungsgegenstand sind die Entwicklung und Umsetzung von migrationsfähigen Lösungen beispielsweise mit der Möglichkeit

  • der Kompatibilität mit vorhandener Hardware (z. B. Co-Prozessoren),
  • des effizienten Einsatzes hybrider Verfahren,
  • der Interoperabilität mit etablierten Standards, Architekturen, Protokollen etc.,
  • des einfachen Wechsels von kryptografischer Funktionalität ("Krypto-Agilität").

Umfang und Höhe der Förderung

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und für Vorhaben von Forschungseinrichtungen, die in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeit fallen, sind die zuwendungsfähigen projekt­bezogenen Kosten. In der Regel können – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – bis zu 50 % anteilfinanziert werden. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt. Zum Nachweis der Finanzierbarkeit des Eigenanteils sind auf Verlangen Unterlagen zur Prüfung der Bonität vorzulegen.
Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Hochschulen, außeruniversitäre Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen, die nicht in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeit1 fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren [HZ] und der Fraunhofer-Gesellschaft [FhG] die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben individuell bis zu 100 % gefördert werden können. Bei nichtwirtschaftlichen Forschungsvorhaben an Hochschulen (staatliche und nichtstaatliche) und Universitätskliniken (unabhängig von der Rechtsform) wird zusätzlich zu den zuwendungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 % gewährt.

Zielgruppe

Antragsberechtigt sind staatliche und nichtstaatliche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Verbände und Vereine sowie sonstige Organisationen mit Forschungs- und Entwicklungsinteresse sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung (Unternehmen) bzw. einer sonstigen Einrichtung, die der Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient (Hochschule, Forschungseinrichtung Verbände und Vereine sowie sonstige Organisationen mit ­Forschungs- und Entwicklungsinteresse) in Deutschland verlangt. Die Beteiligung von Start-ups, KMU und mittel­ständischen Unternehmen wird ausdrücklich erwünscht und bei der Projektbegutachtung positiv berücksichtigt.
Start-ups im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die weniger als fünf Jahre am Markt sind, über innovative Technologien bzw. Geschäftsmodelle verfügen und ein signifikantes Mitarbeiter- bzw. Umsatzwachstum haben oder anstreben.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.