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Ausschreibung des BfN: Risikobewertung synthetischer Gene-Drive-Systeme

Abgabefrist Angebot: 27.07.2018 12:00
Ausgangslage

Neue molekularbiologische Methoden erlauben es, synthetische Gene-Drives in wildlebende Organismen zu übertragen. Sämtliche Ansätze zur Entwicklung von Gene-Drive-Organismen (GDO) verwenden dabei transgene Sequenzen und sind daher als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) einzustufen. Als solche unterliegen sie in der EU der Richtlinie 2001/18/EG „über die absichtliche Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen in die Umwelt“  (Freisetzungsrichtlinie).

In diesem Zusammenhang ist es die Aufgabe des BfN, die Voraussetzungen zu schaffen, dass die von GVO ausgehenden Risiken für die Umwelt überprüft und hinlänglich sicher eingeschätzt werden können. Um diesem Auftrag gerecht zu werden, entwickelt BfN u.a. Konzepte für die Umweltrisikobewertung und das Monitoring.

 

Problemstellung und Zielsetzung

Die Anwendung von Gene-Drives (GD) in wild lebenden Organismen (Vektoren menschlicher und tierischer Krankheiten; Schädlingen; invasiven Arten) ist mit der raschen Entwicklung neuer molekularbiologischer Methoden in greifbare Nähe gerückt (Review in Champer et al. 2016). Die rasch steigende Anzahl von Publikationen zeigt, dass mit Nachdruck in den Laboren an dieser Technik gearbeitet wird. Aufgrund der potentiellen Umweltauswirkungen von globalen GD (speziell: Zusammenbruch von Populationen bis hin zu Arten) wird auch an Konzepten zur zeitlichen und räumlichen Begrenzung von GD gearbeitet. Solche GD sind bislang weder zur Marktreife entwickelt noch unter Freilandbedingungen getestet worden.

Da in GDO artfremde Gene mit biotechnologischen Methoden ins Erbgut der Zielart eingesetzt werden und dort verbleiben, fallen GDO in der EU unter das Gentechnikrecht. Unklar ist jedoch, ob die aktuellen Methoden und Leitlinien zur Risikobewertung von GVO auf GDO anwendbar und ausreichend sind. GDO unterscheiden sich in einer Reihe von Eigenschaften von klassischen GVO. Diese Unterschiede werden als so relevant eingeschätzt, dass die aktuellen Leitlinien für die Risikobewertung von GVO nur bedingt ausreichen, um die Auswirkungen von GDO nach einer Freisetzung sicher bestimmen zu können (Simon et al. 2018).

Das aktuelle F+E Vorhabens trägt dazu bei, die wissenschaftlichen Grundlagen für eine Risikobewertung und für das Monitoring für GDO zu unterstützen.

 

Projektanforderungen / zu erbringende Leistungen

Das Projekt gliedert sich in 3 Arbeitsblöcke:

Block A:  Global vs. Self-limiting Drives: Effektivitätsanalyse

  • A.1 Literaturstudie
  • A.2 Basisdaten
  • A.3 Erkenntnisgewinn durch Modellierungen

Block B:  Bewertung ökologischer und naturschutzfachlicher Effekte

  • B.1 Identifikation von Gefährdungen, Schutzgüter und Schutzziele
  • B.2 Priorisierung von Risiken und Fallbeispiel
  • B.3 Erkenntnisgewinn durch Modellierungen

Block C:  Monitoring von Gene-Drive-Anwendungen

 

Wissenschaftliche Aufgaben
  • Arbeitstreffen und Zwischenberichte
  • Austausch mit externen Experten/innen
  • Publikation in Fachzeitschriften
  • Abschlussbericht

 

Laufzeit

Mit den Arbeiten ist umgehend nach Vertragsabschluss zu beginnen. Alle Leistungen sind bis spätestens Ende Februar 2021 zu erbringen.

 

Anforderungen an den/die Bieter (Eignungskriterien)

Vom Auftragnehmer werden folgende Qualifikationen erwartet: 

  • Sehr gute theoretische und praktische molekularbiologische Kenntnisse der Werkzeuge zur Erstellung von Gene-Drives (neue molekularbiologische Techniken, Transgenese, RNAi)
  • Sehr gute Kenntnisse im Bereich der Populationsgenetik
  • Umfassende Kenntnisse bei der Programmierung von Modellen (vorzugsweise Populationsgenetik, Ökologie)
  • Umfassender ökologischer und naturschutzfachlicher Sachverstand 
  • Grundlegender Sachverstand bei der Bewertung von Umweltrisiken
  • Fähigkeit interdisziplinär zu arbeiten und Ergebnisse präzise zu formulieren und zu publizieren 

Im Angebot muss die fachliche Eignung der vorgesehenen Personen nachvollziehbar belegt werden (u.a. durch Publikationen und Referenzprojekte). 

Zusammenschlüsse von verschiedenen Arbeitsgruppen (Bietergemeinschaften, Verbünde) sind erwünscht. Grundsätzlich besteht für die Bearbeitung abgesteckter Themenbereiche  auch die Möglichkeit, Unteraufträge zu vergeben. Diese sind im Angebot mit Art und Umfang der Beteiligung an der fachlichen Arbeit (wer, welcher Arbeitsteil, welche Qualifikationen), einschließlich der kalkulierten Kosten (vgl. Ziff. 5)  zu benennen.

 

Hier finden Sie alle Details zur Ausschreibung.