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bologna.lab

Summer Semester 2016

 

 

Social Sciences, History, Economics

Monday
12:00-14:00
 

The EAST/WEST Competition – Urban Planning, Cultural Policy And Economics in Divided Berlin

Michael Grass

(Language requirements: min. English B2)

In keiner anderen Stadt hat der Wettkampf der Systeme deutlichere Spuren hinterlassen als in Berlin. Seit der Teilung der Stadt hatten städtebauliche Projekte auch immer den Anspruch dem Gegenüber die Stärke des eigenen politischen Systems zu demonstrieren. Dabei stand zunächst die Lösung essentieller städtebaulicher Fragen im Vordergrund. Diese wurden bald durch die ideologische Verwertung wirtschaftlicher Konzepte und architektonischer Modelle als wesentlicher Anspruch stadtplanerischen Schaffens in Ost und West verdrängt.

Das Seminar verfolgt chronologisch den Dualismus im Städtebau zwischen Ost- und Westberlin. Dabei wird sowohl im Seminarraum durch Präsentationen als auch auf zwei Exkursionen die unterschiedlichen Absichten und Ansprüche kapitalistischer und sozialistischer Stadtplanung untersucht werden. Im Fokus stehen jedoch nicht ausschließlich formale und architektonische Aspekte. Vielmehr sollen Kontexte, Finanzierungsmodelle und die jeweilige politische Repräsentationsstrategie analysiert werden.

Das Seminar richtet sich an Studierende der Fachrichtungen Stadtsoziologie, Kulturgeschichte, Städtebau und Stadtplanung, Wirtschaftsgeschichte, Kunst- und Architekturgeschichte.

Interessierte aus anderen Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Fachgebieten sind herzlich eingeladen.

 

Monday
14:00-16:00
 

FUNDING BERLIN – Alternernative economic strategies, activism and urban change

Michael Grass

(Language requirements: min. English B2)

Als ab 1968 engagierte Bürger ihr Mitspracherecht beim Stadtumbau einforderten, begann ein Umdenken in der Berliner Stadtentwicklungspolitik. Doch die Frage nach der Bezahlbarkeit einer menschengerechten Stadt blieb zunächst unbeantwortet. Vor dem Hintergrund wachsender Proteste und zunehmender internationaler Vernetzung der Akteure wurden jedoch bald alternative Strategien zur Finanzierung progressiver Stadtentwicklungsprojekte ausgearbeitet. Genossenschaften, Baukollektive und Selbstbauvorhaben revolutionierten die bisherige Baupolitik. Spätestens die zahlreichen partizipativen Projekte der Behutsamen Stadterneuerung in Kreuzberg 1984-87 machten alternative Wirtschaftskreisläufe fernab herkömmlicher Verwertungsstrukturen gesellschaftsfähig.

Nach dem Fall der Mauer sahen sich auch die Bewohner Ostberlins mit den Fragestellungen zeitgenössischer Stadtplanung konfrontiert. Vom Wissen der Aktivisten und Planer der 1980er Jahre profitierend hat sich in Berlin bis heute eine Vielzahl von Projekten entwickelt, welche die Stadtlandschaft bereichern und dabei finanziell neue Wege bestreiten. Aufgrund der Dichte und der Vielfalt alternativer Strategien zur Um- und Rückfinanzierung von Städtebau gilt Berlin heute als Inbegriff einer diversifizierten Stadtökonomie, die sich ausgehend von bauplanerischen Prozessen auf alle Bereiche der Kulturlandschaft vor Ort ausgeweitet hat.

Das Seminar untersucht aktuelle Projekte und stellt sie in einer gemeinsam erarbeiteten Portraits vor. Wir besuchen Baugenossenschaften, Gemeinschaftsgärten und ehemalige Hausbesetzer. Die Portraits werden in einer vom Seminar konzipierten und produzierten Ausstellung veröffentlicht.

Wednesday
16:00-18:00
 

Re/Inventing Berlin - Architecture after 1945

Alessa Paluch

(Language requirements: min. English B2)

Am Ende des zweiten Weltkriegs lag Berlin, die ehemalige Haupstadt des Dritten Reiches, in Schutt und Asche. Doch die stellenweise flächendeckenden Zerstörungen boten auch eine gewisse Chance: die Stadt in einer ganz neuen Art und Weise wieder aufzubauen – oder wie moderne Städtebauer gesagt hätten: in einer besseren Weise. Und tatsächlich hat sich Berlin in den Wiederaufbaujahren dramatisch verändert – aber nicht unbedingt im Sinne der modernen Architekten und Städteplaner.

In Ost und West verfolgte man verschiedene, teils explizit entgegengesetzte Konzepte. Gerade Berlin als Hauptstadt des Kalten Krieges zeigt, dass Architektur nicht nur ein Spiegel der sie errichtenden und nutzenden Gesellschaft ist, sondern diese auch in hohem Maße formt und beeinflusst.

Anhand verschiedener Beispiele (Karl-Marx-Allee, Hansaviertel, Gropiusstadt, Potsdamer Platz et al.) werden die verschiedenen Strömungen, Schulen und Stationen des Wiederaufbaus nachverfolgt. Mit dem Fokus auf politische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen werden die Schlüsselkonzepte modernen Städtebaus aufgezeigt. Zudem versteht sich das Seminar als eine Übung in (Architektur-)Kritik.

Das Seminar ist besonders geeignet für Studierende der Kunstgeschichte, Kulturwissenschaften, Urbanistik, Metropolitan Studies, European Studies, Soziologie, Geschichte und Geographie. Alle interessierten Studierenden der Geistes- und Sozialwissenschaften sind herzlich willkommen

Thursday
18:00-20:00
 

Empires' Economy

Frank Beyersdorf

(Language requirements: min. English B2)

Dieser Kurs bietet einen Überblick über die deutsche Wirtschafts- und Sozialgeschichte von 1848 bis 1948. Anhand ausgewählter Berliner und anderer Fallbeispiele untersuchen wir, wie Geschäftsleute und Beamte die Flüsse von Gütern, Kapital und Arbeit auf der lokalen, nationalen, und globalen Ebene bestimmten und regulierten. 

   
 

 

Literature, Urban and Cultural Studies

Tuesday
10:00-12:00

 

Finding Berlin: On Archives and Archiving
(Language requirements: min. English B2)

Ana María Gómez López

This research seminar will provide students with approaches to “the archive,” understood as repositories of records from the past that can serve as source material for critical analysis and aesthetic invention. Field visits to archives in Berlin will provide “hands-on” experiences for exploring archives, offering possibilities for developing a focused written and/or artistic research project. Readings in history, literature, social sciences, and the visual arts will provide a critical framework for analyzing archives as sites of artistic creation, academic discovery, and theoretical construction. Students from all fields and different levels of proficiency in German are welcome.

Tuesday
14:00-18:00
 

Exploring Key Aspects of Berlin's Museological Landscape

Dr. Victoria Bishop-Kendzia 

(Language requirements: min. English B2)

Dieser Kurs erforscht einige in Berlins museologischer Landschaft sichtbare Schlüsselaspekte, ins besonders, die Darstellungen der jüdischen Geschichte und Migrationsgeschichte in Deutschland. Der Kurs wird Konstruktionen von “Selbst” und “Anderer”, die sich offenbaren im Museen und Ausstellungen, hinterfragen. Das Ziel des Kurses ist, anthropologische Methoden und kritische Analyse, zu verwenden um die Museen als Felder zu verstehen. Dieser thematische Kurs berührt mehrere Disziplinen. Es ist basiert in der empirischen Kulturwissenschaften, es schließt jedoch anderer Fächer (z.B. Geschichte, Urban Studies, und Museum Studies) ein.

Wednesday
10:00-14:00
(biweekly)

Urbane Utopien – Berlin als Konfliktfläche und Spielplatz von Ideen 
(Language requirements: min. English B2)

Eva Graf

Utopisch wird im allgemeinen Sprachgebrauch assoziiert mit  illusorisch“, oder „nicht realisierbar“. Dennoch: Die Utopie entspringt den Gedanken und den Gedanken folgen Pläne und Steine. Dieses dialektische Verhältnis von Imagination und Materialisierung ist Grundbestandteil des utopischen Denkens, das zum Thema des Seminars wird. Auch Berlin ist ein Produkt seiner Ideen, die im Kampf um Macht und Identität im Raum ihren Ausdruck finden. 

Wednesday
14:00-16:00

Europe’s Nightlife Capital? Electronic Music and Events in Berlin
(Language requirements: min. English B2)

Bianca Ludewig

The seminar will facilitate an introduction to basic methods and scientific tools for the research of popular music. As pop-music changes in a global, transnational and networked world so does the research, and popular music studies become an increasingly trans- and multi-disciplinary field. This course looks at theories and methods from fields like anthropology, media studies, musicology, and cultural studies. What are today’s challenges when studying popular music? What are the social meanings and cultural implications of popular music? What are scenes, subcultures, post-subcultures or genres in popular music? What is the commodification of experience? The seminar will touch upon discourses like Festivalization, Eventization or Gentrification, and will focus on electronic music and related events in Berlin. 

 

Thursday
16:00-18:00

Lens on Berlin: Making Visual Culture in the City
(Language requirements: min. English B2)

Christopher Shore

What does it mean to see rather than to look, to think critically while imagining your eyes as cameras? How do we make sense of the daily cavalcade of visual imagery we experience and how can we begin to distinguish a work of art from a can of soup? This course introduces students to the wealth of photographic practices in Germany beginning with the turn of the last century and carrying forward to the present. Photography has played a key role in shaping the cultural and visual history of Germany, and Berlin was well known to many of its most important practitioners. Drawing on fundamental theories of visual culture studies and cultural criticism, the class will also employ plastic approaches to study, combining field work with hands-on experiments and web-based technologies to expand student’s abilities to see rather than just look, to shape opinions critically, and to develop confidence as speakers while engaging in interesting subject matter.

Friday
10:00-12:00

Metropole Berlin
(Language requirements: English B1, German B1)

Dr. Stefanie Rinke

Was verspricht uns die Metropole? Warum macht Stadtluft frei, wie es so schön heißt? Welche Erfahrungen und Möglichkeiten bieten Metropolen und was erwarten, wünschen und erhoffen wir uns von einer Metropole? Wann wird eine Stadt zur Metropole? Diesen Fragen geht das Seminar auf der Grundlage der Metropolenforschung und durch Exkursionen in die Stadt nach. Zunächst werden theoretische Ansätze und Methoden (u.a. das Konzept des Thick Space), Grundlagentexte der Moderne zum Phänomen der Großstadt (u.a. von Georg Simmel und Siegmund Freud) und literarische und filmische Beispiele zur Großstadtkultur (u.a. der Film „Berlin – Sinfonie der Großstadt“) analysiert, um derart geschult, eigene, persönliche Großstadterfahrungen beschreiben zu können. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Großstadt als Ort sexueller Befreiung, der Identitätsfindung und Selbsterfahrung, allerdings stets flankiert von der Einsicht, dass solche Befreiungsprozesse auch von Normierungen und Pathologisierungen des nicht Normalen, des Wahns und der Illusion (Freud) begleitet sind. 

Friday
12:00-16:00
(biweekly)

Berlin Through the Eyes of the Other: Negotiations and Constructions of Identity in Expat, Migrant, and Refugee Writing

(Language requirements: min. English B2)

Anna Steuber

Das Seminar analysiert die unterschiedlichen Konzepte, Ideen und Perspektiven auf Eigen- und Fremdbilder, die in von „Expats“, Migranten,  und  Flüchtlingen  verfassten  Texten  reflektiert  werden.  Die  Herangehensweise  des Seminars ist diachronisch. Dementsprechend steht die Analyse der unterschiedlichen Identitätsverhandlungen  im  Hinblick  auf  Wandel  und  Kontinuitäten  –   von der literarischen Reflexion von Selbstbildern in den Werken ausländischer Schriftsteller während der Weimarer Republik bis hin zu transnationalen und hybriden Identitäten in der digitalisierten Lebenswelt des 21. Jahrhunderts – im Vordergrund. Die Primärliteratur des Seminars wird daher mit Christopher Isherwood und Vladimir Nabokov Autoren des literarischen Modernismus genauso wie deutsch-türkische Literatur des 20. Jahrhunderts und aktuelle „Expat-Blogs“ und Online-Texte umfassen, die auch den individuellen Schicksalen der aktuellen Flüchtlingskrise Ausdruck verleihen. Als theoretischer Unterbau für die Erfassung von Kontinuität und Wandel der „Berlin Story“  aus der Sicht der „Anderen“ werden Theorien zum Begriff der ‚Identität‘ und  zu Eigen- und Fremdbildern der Kultur- und Postkolonialen  Studien  sowie  aus  dem  Bereich  der  Psychologie herangezogen.