Die Gerichtsreportage der Zwischenkriegszeit in vergleichender Perspektive. Krisenerfahrung und die Konstruktion sozialer Normen in Deutschland, Frankreich und den USA
Auf einen Blick
Projektbeschreibung
Der Umgang einer Gesellschaft mit Kriminalität als Nicht-normgemäßen-Verhalten liefert nicht nur Aufschlüsse über tatsächlich vorhandene Devianz, sondern erlaubt in noch stärkerem Maße Rückschlüsse auf die Akzeptanz von geltenden Normen, ihre symbolische Realisierung sowie kollektive Ängste mitsamt den Strategien ihrer Bewältigung. Durch eine empirische Studie zu einer besonders aufschlußreichen Problemkonstellation, der öffentlichen Wahrnehmung und Inszenierung von Verbrechen und Justiz durch die Massenmedien, soll anhand des Vergleiches der Situation in Deutschland, den USA und Frankreich dieser zentrale Punkt für eine Mentalitäts- und Kulturgeschichte der Zwischenkriegszeit herausgearbeitet werden. Im Zentrum der Dissertation steht eine Analyse der Gerichtsreportage, die sich als Schnittpunkt verschiedener Diskursfelder (Politik, Justiz und medialer Öffentlichkeit) besonders anbietet.
Projektleitung
- Person
Prof. Dr. phil. Wolfgang Hardtwig
- Institut für Geschichtswissenschaften