Wahlkampf als demokratische Alltagskultur. Studien zur politischen Kommunikation im 20. Jahrhundert - Deutschland im europäischen Vergleich
Auf einen Blick
Fritz Thyssen Stiftung
Projektbeschreibung
Das Projekt widmet sich in zwei Doktorandenprojekten in einem europäisch vergleichendem Zugriff der Geschichte des Wahlkampfs im 20. Jahrhundert und fragt vor allem nach dessen lokalen Dynamiken und Erscheinungsformen. Das eine Projekt erforscht Großbritannien und Deutschland in der Zwischenkriegszeit, das andere Projekt vergleicht die Bundesrepublik und Italien nach 1945. Anhand einer Reihe von exemplarischen Städten wird gefragt, inwieweit nationale Kulturen von politischer Polarisierung, Milieumobilisierung und Medialisierung sich im lokalen Raum zeigten, wie sie sich hier veränderten und umgeformt wurden. Die Grundannahme ist, dass es lokale Traditionen, Netzwerke und Handlungslogiken gab, die quer standen zu den von außen kommenden nationalen Formen des Wahlkampfs. Insofern besteht die Ausgangsvermutung auch darin, dass die häufig konstatierte "Amerikanisierung" des Wahlkampfs eine des nationalen Wahlkampfs ist und vor Ort nicht oder in ganz anderer Weise zu finden ist, dass stattdessen eine Kultur der lokalen, städtischen Selbstverständigung Platz griff, die sich zum nationalen Stil des Wahlkampfs eher in einem Verhältnis Innen-Außen verhielt.
Projektleitung
- Person
Prof. Dr. Thomas Mergel
- Institut für Geschichtswissenschaften
- Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts