Was tun? Eine Theorie politischer Ratlosigkeit (Originalitätsverdacht)

Auf einen Blick

Laufzeit
10/2017  – 09/2019
DFG-Fachsystematik

Politikwissenschaft

Geistes- und Sozialwissenschaften

Förderung durch

Volkswagen Stiftung Volkswagen Stiftung

Projektbeschreibung

Nicht ein Gespenst geht um in Europa - sondern viele: die Gespenster politischer Ratlosigkeit. Was tun? An Krisendiagnosen und Antwortversuchen mangelt es nicht. Doch eine Theorie politischer Ratlosigkeit fehlt. Denn die Frage "Was tun?" stellt sich nicht von selbst. Wann, wie und von wem wird sie gestellt und dadurch politische Ratlosigkeit überhaupt erst fest- und hergestellt? Politische Akteure haben ein Interesse an dieser Frage. Sie werfen einander Ratlosigkeit vor und antworten darauf mit konkurrierenden Politikangeboten. Politische Beraterinnen und Berater sind gleichfalls an der Frage der Ratlosigkeit interessiert. Um ihren Ratschlägen Gehör zu verleihen, schaffen und vergrößern sie den Beratungsbedarf ihrer Adressaten, den sie mit ihren Ratschlägen bedienen. Ähnliches gilt für Politikberatungs-Theoretiker. Sie erhöhen die Aufmerksamkeit für ihre Theorien und für ihre Meta-Ratschläge über den richtigen Umgang mit Rat, indem sie hierzu Ratlosigkeit fest- und herstellen. Die politische (Ideen-)Geschichte des Rats kann daher als eine Geschichte nicht allein der Reduktion, sondern zugleich der Produktion politischer Ratlosigkeit gelesen und erzählt werden. Vor ihrem Hintergrund lässt sich eine Theorie politischer Ratlosigkeit skizzieren. Diese wird die Gespenster der ratlosen Gegenwart zwar kaum vertreiben. Sie kann sie aber begreifbarer machen, indem sie anstelle schneller Antworten die Frage politischer Ratlosigkeit selbst wieder zum Beratungsgegenstand macht.

Projektleitung

  • Person

    Dr. phil. Felix Wassermann

    • Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät
    • Institut für Sozialwissenschaften