Eine Region im Wandel: Im Norden Deutschlands stoßen die Städte Heide, Rendsburg, Neumünster und Kiel sowie ihre Umlandgemeinden mit der Initiative „Clean Energy Valley“ aktuell einen umfassenden Transformationsprozess an, der die Region zu einem führenden Standort für die Weiterverarbeitung erneuerbarer Energien in Europa machen soll. Damit entstehen neue Chancen, aber auch Herausforderungen für die ökologische und soziale Gestaltung der Region. Hier setzt das vom Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Projekt „KoReGio100 – Kokreative, resiliente Stadt-Umland-Regionen: sozial-ökologische Transformationsprozesse in Energieregionen gemeinsam verstehen, integrieren und managen“ an.
KoReGio100 etabliert im Clean Energy Valley ein innovatives Reallabor, um den Aufbau und die langfristige Etablierung einer "kokreativen Region" als neue Form des Regierens voranzutreiben. Ziel ist es, Zivilgesellschaft und Wirtschaft aktiver in regionale Entwicklungsprozesse einzubinden, dadurch langfristig Ressourcen zu sparen und nachhaltigere Lösungen zu entwickeln. Grundlage sind die Analyse regionaler ökologischer Grenzen, der Aufbau sozialer Innovationsfähigkeit und die Entwicklung von Formaten zur Konfliktbearbeitung. Der Schwerpunkt des Teilprojekts Soziale Innovationsfähigkeit an der HU Berlin liegt auf der Frage, wie verschiedene Akteure besser zusammenarbeiten können. Diese Fragestellung wird nicht nur wissenschaftlich untersucht, sondern gemeinsam mit Akteuren in Schleswig-Holstein in einem Reallabor entwickelt, erprobt und – wenn möglich – dauerhaft verankert.
Die von KoReGio100 im Clean Energy Valley entwickelten Werkzeuge, Ansätze und Erfahrungen sind für Stadt-Umland-Regionen in ganz Deutschland und darüber hinaus von Bedeutung. Sie liefern einen klaren Handlungsrahmen, wie komplexe Transformationsprozesse ko-kreativ gestaltet und gesteuert werden können. KoReGio100 richtet sich dabei an Kommunal- und Regionalpolitik, Unternehmen, zivilgesellschaftliche Akteure sowie Forschung. KoReGio100 wird von Dr. Katrin Martens (Humboldt-Universität zu Berlin) und Dr. Meike Fienitz (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, ZALF) geleitet. Zu den Projektpartnern zählt neben dem ZALF und der Humboldt-Universität zu Berlin auch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Gefördert wird das fünfjährige Projekt im Rahmen des BMFTR-Förderkonzepts Sozial-ökologische Forschung (SÖF).
Kontakt
Dr. Katrin Martens (HU Berlin)
Dr. Meike Fienitz (ZALF)