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Who is Who an der Humboldt-Universität

Agnes geht um! Viele Studierende und Universitätsmitarbeiter rätseln seit Beginn des neuen Semesters darüber, wer oder was „Agnes“ eigentlich ist. Manch ein Student hat hinter dem Frauennamen schon ein amerikanisches Codewort vermutet, was dazu führt, dass im Unialltag ab und an nach „Ägnes“ gesucht wird. Dabei ist sie ganz leicht zu finden:

„Agnes“ ist die neue Onlineplattform für Lehre und Prüfung an der Humboldt-Universität. Unter agnes.hu-berlin.de kann jeder Studierende seit dem 1. Oktober das gesamte Vorlesungsverzeichnis online einsehen. Jeder Immatrikulierte kann sich via Computer für Lehrveranstaltungen anmelden, seine Lehrveranstaltungen über Moodle koordinieren, Semesterpläne erstellen oder schnell Adressänderungen vornehmen – ohne viel Papierkram. Von der Bewerbung bis zur Einsicht in die Prüfungsergebnisse – alles läuft über Agnes. „Die Verwaltungsabläufe sind mit Agnes deutlich bequemer“, sagt Projektleiter Steffan Baron, der seit mehr als zwei Jahren an der Umsetzung der Idee zur Plattform mit dem Rundum-Online-Angebot für Studierende im Bereich Lehre und Prüfung arbeitet. „Man muss nicht mehr in langen Schlangen vor den Büros anstehen, sondern kann Vieles von zu Hause am PC erledigen.“

Seinen ungewöhnlichen Namen hat das System einem runden Jubiläum zu verdanken: Am 6. Oktober 1908, vor genau 100 Jahren, wurde Agnes von Zahn-Harnack als erste Studentin an der Philosophischen Fakultät der Berliner Universität immatrikuliert. „Wir haben lange nach einem vernünftigen Namen gesucht, bis uns dieser Fakt auf die Idee gebracht hat, das Portal in Anlehnung an die erste Studentin der Universität Agnes zu benennen“, so Steffan Baron. Die 1884 geborene Frauenrechtlerin war Mitbegründerin des Deutschen Akademikerinnenbundes, der sich zur Förderung universitärer Frauenbildung einsetzte. 1929 erhielt sie einen der ersten deutschen Frauen-Lehrstühle. Im Pilotbetrieb wird die Online-Plattform in einigen Fakultäten bereits seit 2006 genutzt. Mittlerweile sind rund 250 Personen in allen Instituten mit der Eingabe und Aktualisierung der Lehrveranstaltungen beschäftigt – momentan schon mit den neuen des Sommersemesters. „Früher gab es an einigen Instituten kommentierte Vorlesungsverzeichnisse, vereinzelt waren Veranstaltungen auch online geschaltet. Ein einheitliches System gab es aber nicht. Durch die Möglichkeit, sämtliche Daten zeit- und ortsunabhängig zu pflegen, können jetzt kurzfristige Raumänderungen oder entfallende Vorlesungen schon morgens online stehen“, sagt der Projektleiter. Allerdings kann auch er nicht versprechen, dass wirklich immer alle Änderungen aktuell bei Agnes zu finden sind. „Wir sind von der regelmäßigen Mitarbeit und Eingabe unserer Kollegen in den Instituten abhängig. Das System kann immer nur so gut sein, wie die eingestellten Daten im Hintergrund gepflegt werden.“

Das traditionelle Vorlesungsverzeichnis soll zum Sommersemester ein letztes Mal in gedruckter Version erscheinen. Dann soll sich Agnes soweit etabliert haben, dass das gesamte Lehrangebot nur noch online vorgehalten werden muss. Die Nutzung ähnelt dem Online-Banking: Jeder Student hat auf seiner Immatrikulationsbescheinigung eine PIN, mit der das eigene Benutzerkonto an der HU, der HU-Account, freigeschaltet wird. Prüfungsanmeldungen oder -abmeldungen, Einsicht in die eigenen Prüfungsergebnisse und Adressänderungen werden wie beim Online-Banking zusätzlich durch eine TAN abgesichert, um das System vor Missbrauch zu schützen.Wer seine TAN-Liste verloren hat und sich nicht anmelden kann oder andere Probleme mit Agnes hat, bekommt hier Hilfe: agnes@hu-berlin.de.

Constanze Haase