Lange Nacht der Wissenschaften an der HU
|
Tagesspiegel-Sonderseiten : Humboldt-Uni
|
|||
|
10. April 2004
|
|||
Latinisten lehren das Gruseln
Monster und Mikrokosmos in der Langen Nacht der Wissenschaften am 12. Juni 2004
Wussten Sie eigentlich, dass Hunger monströse
Züge annehmen kann? Da ist zum Beispiel König Midas, der, als ihm die
Erfüllung eines Wunsches gewährt wurde, wollte, dass sich alles was er
berühre, zu Gold wandele. Und wirklich, der Wunsch ging in Erfüllung.
Wie schön, doch bald erkannte der König die Torheit seines Begehrens,
den auch sein Essen wandelte sich flugs zu Gold. Armer König, doch
Dionysos hatte Erbarmen und so musste Midas nicht verhungern.
Eigentlich harmlos, viel schlimmer erging es Erysichthon, der, weil er
einen Baumfrevel begangen hatte, mit unersättlichem Appetit gestraft
wurde. Nachdem sein ganzes Vermögen fürs Essen draufgegangen ist,
verkaufte er sogar seine Tochter, ja und dann geschah etwas
Furchtbares, aber das kann an dieser Stelle noch nicht verraten werden.
Eines ist klar: Heute kommen Umweltsünder viel einfacher davon.
Doch auch dieser Fall ist steigerungsfähig: Thereus hatte noch viel
Schlimmeres zu ertragen. Der hat nämlich, ohne es zu wissen, seinen
eigenen Sohn verspeist.
Wer mehr über diese düsteren Geschichten erfahren, Hexenrituale kennen
lernen will und ein Faiblé für Gestalten wie Nero und Caligula hat,
sollte sich auf jeden Fall bei den Latinisten der Humboldt-Universität
im Hauptgebäude einfinden, die unter dem Titel "Monster, Hexen,
Wahnsinnige" die dunkle Seite der Antike zeigen werden - untermalt mit
modernen Opernausschnitten.
Dieses und 50 weitere Projekte wird die Humboldt-Universität zur "Langen Nacht der Wissenschaften" am 12. Juni 2004 von 17 bis 1 Uhr wieder in Mitte (Hauptgebäude) und auf dem Campus Adlershof präsentieren. Das Spektrum reicht thematisch von: "Was haben Künstliche Befruchtung, Spaceshuttles und Rentenhöhe gemeinsam?" - Anwendungen der Statistik im alltäglichen Leben der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät über "Expedition in den Mikrokosmos" des Instituts für Systemische Zoologie (beides im Hauptgebäude) über "Windszenarien am Müggelsee" (Geographisches Institut, Campus Adlershof), "Klonierung pflanzlicher Embryonen" im Arboretum Baumschulenweg bis zu Vorträgen im Berliner Dom.
Weitere Infos zum Programm der Humboldt-Universität:
www.langenachtderwissenschaften.de
HU/Ljiljana Nikolic
|
Tagesspiegel-Sonderseiten : Humboldt-Uni
|
|||
|
10. April 2004
|
|||
© Humboldt-Universität | Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | 22.4.2004 hz