„Die Vielfalt der Themen ist ein Luxus“
Ich bin einer der ersten Clinical Scientists an der Charité. Das heißt, ich praktiziere nicht nur, sondern kann während meiner sechsjährigen Facharztausbildung auch intensiv forschen. Für Fragestellungen, die während der Behandlung von Patienten entstehen, können im Labor neuartige, gesundheitsfördernde Methoden entwickelt werden. Derzeit arbeite ich in einem Forscherteam an Möglichkeiten, verletzte Skelettmuskel wie den Oberschenkelmuskel durch das Transplantieren von Stammzellen zu regenerieren. In Versuchen konnten wir bereits eine verbesserte Regeneration von bis zu 30 Prozent erzielen. Die Forschungsergebnisse möchten wir zum Beispiel für Hüftoperationen nutzen.
Philipp von Roth ist nach seiner Promotion Clinical Scientist an der Berlin-Brandenburg Graduiertenschule für regenerative Therapien und forscht und praktiziert an der Klinik für Orthopädie.
Neben der engagierten fachlichen Betreuung, die ich an der Berlin Mathematical School (BMS) erfahren habe, waren der Kontakt zu den anderen Doktoranden und der Blick über den eigenen Tellerrand für mich sehr wichtig. Ich habe mich auch selbst engagiert und mit anderen Doktoranden das „What is ...?“-Seminar ins Leben gerufen – als Einführungsseminar für die unter Berliner Mathematikern beliebten „BMS-Fridays“: Jeden zweiten Freitag im Semester kommen Topwissenschaftler aus dem In- und Ausland und geben Einblicke in aktuellste Forschungsfelder der Mathematik. Die Vielfalt der Themen an der BMS ist ein Luxus, der einem an anderen Universitäten kaum geboten wird.
Anna-Maria von Pippich hat an der BMS zu Eisensteinreihen auf dem Gebiet der Zahlentheorie promoviert und ist jetzt Postdoktorandin am Institut für Mathematik der HU.
Ich habe an der HU Informatik studiert und war als studentischer Mitarbeiter aktiv. Das wissenschaftliche Arbeiten macht mir Spaß, ich hatte aber manchmal Bedenken, dass man durch zu viel Theorie den Bezug zur Praxis verliert. Deshalb war ich begeistert, als ich von Soamed gehört habe. Im Graduiertenkolleg geht es darum, die Entwicklung von Qualitätssoftware für den Medizinbereich theoretisch und praktisch zu systematisieren, denn letztendlich soll die Organisation von Mensch, Maschine und Daten im Gesundheitswesen effizienter gestaltet werden. Wir arbeiten mit Medizinern zusammen, damit wir bei unserer Grundlagenforschung die Anwendbarkeit nicht aus dem Blick verlieren.
Richard Müller promoviert am Graduiertenkolleg Soamed – Serviceorientierte Architekturen zur Integration Software-gestützter Prozesse am Beispiel des Gesundheitswesens und der Medizintechnik.
Schon als Studentin in London habe ich mich mit der Philosophie der Gehirnerkrankungen und der kognitiven Neurowissenschaft beschäftigt und zwei Master in diesen Bereichen gemacht. Ins Ausland gehen – das stand bei mir eigentlich nicht auf der Agenda, aber ich habe die Möglichkeit genutzt, mit einem „Travel Award“ die Berlin School of Mind and Brain kennenzulernen. Mir hat die Vielfalt der Institute, die auf dem Gebiet der Neurowissenschaften in Berlin arbeiten, imponiert. Ich erforsche die gestörte Wahrnehmung eigener Bewegungen bei Schizophrenie-Kranken. Neben Experimenten, die ich am Institut für Psychologie durchführe, interessiert mich auch diesmal der philosophische Aspekt.
Georgina Torbet promoviert im Themenschwerpunkt „Erkrankungen des Gehirns und kognitive Störungen“ an der Berlin School of Mind and Brain.
Protokolle von C. Haase, L. Nikolic, M. Metzig.