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Vizepräsidentin für Lehre und Studium zu aktuellen Herausforderungen im Sommersemester 2020

by Abteilung Kommunikation, Marketing und Veranstaltungsmanagement posted on 09.04.2020 10:04 last modified 09.04.2020 10:04

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Studierende,

seit vergangenem Freitag verfügen wir über deutlich mehr Klarheit hinsichtlich des Sommersemesters 2020. Das Land Berlin hat in Abstimmung mit den Berliner Hochschulen das Papier „Berliner Sommersemester 2020" veröffentlicht. Darin werden folgende wesentliche Entscheidungen für den Bereich Studium und Lehre festgehalten:

Das Sommersemester 2020 startet am 20. April mit einem digitalen Lehrangebot. Es wird sich dabei um ein Semester handeln, das allen Studierenden, Lehrenden und Forschenden so weit wie möglich die Fortsetzung ihres Studiums und ihrer Aufgaben ermöglicht. Dazu gehört, dass alle Leistungspunkte, die in diesem Semester erworben werden, angerechnet werden. Zugleich soll niemandem ein Nachteil daraus entstehen, dass Lehrveranstaltungen oder Prüfungen, die aus guten Gründen nicht digital durchgeführt werden können, zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden müssen. Daher zählt das kommende Sommersemester zwar als Hochschulsemester, wird aber nicht auf die Fachstudienzeit angerechnet. Die Hochschulen bereiten zudem Möglichkeiten zur Durchführung von Online-Prüfungen und – sobald wieder möglich – Präsenzprüfungen vor. Die entsprechenden Termine werden selbstverständlich rechtzeitig kommuniziert.

Bei alledem gilt, dass die Hochschulen sich um größtmögliche Kulanz und Verlässlichkeit bemühen. Zur Unterstützung der Hochschulen im Sommersemester 2020 hat das Land Berlin ein Sofortprogramm „VirtualCampusBerlin" aufgelegt. Außerdem wird das Berliner Zentrum für Hochschullehre seine Angebote ausweiten und für über 1.000 Lehrende berlinweit öffnen. Weitere offene Fragen u.a. zu den Themen BAföG, Krankenversicherung, Kindergeld und Notfonds für Studierende sollen auf Bundesebene geklärt werden. In ganz ähnlichem Sinne wie das Papier zum „Berliner Sommersemester 2020" hat sich auch die Kultusministerkonferenz verständigt.

Diese Entscheidungen sind für die Humboldt-Universität von großer Wichtigkeit, weil wir auf ihrer Basis unsere Planungen und Vorbereitungen, an denen wir bereits seit Wochen intensiv arbeiten, anpassen und konkretisieren können. In einem gemeinsamen Kraftakt ist es uns bisher gelungen, wesentliche Vorarbeiten durchzuführen. So haben wir bereits Beschlüsse zum Prüfungsbetrieb im Wintersemester 2019/2020, der Verlängerung von Abgabefristen für Abschlussarbeiten in Bachelor- und Masterstudiengängen, der Verlängerung von Abgabefristen für Hausarbeiten, der Verlängerung der Gültigkeit der Semestertickets, der Weiterzahlung von BAföG-Leistungen sowie der Verschiebung der Bewerbungszeiträume für zulassungsbeschränkte Masterstudiengänge herbeiführen können.

Außerdem haben wir früh Beschaffungen im Bereich Hard- und Software veranlasst, die uns nun zu großen Teilen bereits zur Verfügung stehen. Zur Koordination und Begleitung der Umstellung auf die digitale Lehre wurde zudem eine Taskforce Digitale Lehre gegründet, die u.a. Handreichungen und Schulungen vorbereitet sowie Studierende und Lehrende sowohl in didaktischer als auch technischer Hinsicht unterstützt. Mit den seit dem 3. April getroffenen überuniversitären Entscheidungen können wir nun unsere gesamten Anstrengungen auf die Umsetzung dieser Entscheidungen fokussieren.

Die vielen offenen Fragen, die uns dabei weiterhin begegnen, deuten bereits an, dass wir einen langen Atem benötigen werden, um das kommende Sommersemester für alle Beteiligten bestmöglich zu gestalten. Dazu gehören unter anderem Fragen über die Durchführbarkeit von Lehre aus dem Homeoffice, die Deputatsabrechnung, den Erwerb von Leistungspunkten, die Nutzung von Hard- und Software, die Möglichkeit zur Rückkehr zu einem eingeschränkten Präsenzbetrieb sowie Fragen des Datenschutzes. Die Umstellung unseres gesamten Lehrangebots in kürzester Zeit stellt uns vor große Herausforderungen und bindet schon jetzt nahezu all unsere Ressourcen. Zugleich ist ersichtlich, dass es nicht damit getan sein wird, diese und weitere Fragen einmal abschließend zu beantworten. Stattdessen wird die Umstellung immer wieder Überprüfungen und Nachsteuerungen erfordern.

Angesichts der großen Kreativität und des vielfach zu beobachtenden Mutes zu möglichst unbürokratischen Lösungen aller Beteiligten bin ich jedoch zuversichtlich, dass wir diese immense Herausforderung gemeinsam bewältigen können. Ungeachtet der Frage, in welchem genauen Ausmaß uns die Bewältigung dieser Krise am Ende tatsächlich gelingen wird, lohnt sich der aktuelle und zukünftige Aufwand bereits jetzt im Interesse unserer Studierenden, unserer Lehrenden und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich schon in den vergangenen Wochen mit unermüdlichem Engagement für das Sommersemester eingesetzt haben. Alle diese Anstrengungen bringen uns insgesamt unserem großen Ziel einer nachhaltigen und didaktisch sinnvoll genutzten Digitalisierung in der Lehre, die einen wichtigen Platz in der Präsenzlehre an der Humboldt-Universität einnimmt, näher. Diese Erfahrungen (und die Ergebnisse aus im gegebenen Umfang möglichen Evaluationen), die wir nun in der Krisensituation sammeln, werden uns auch für unsere weiteren Diskussionen im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie wertvolle Impulse liefern.

Es ist mir wichtig, Ihnen allen auf diesem Weg im Namen des gesamten Präsidiums sehr herzlich für Ihre Mitarbeit, Ihr Engagement und Ihre Zuversicht zu danken. Uns allen ist bewusst, dass Ihre Leistungen für die Humboldt-Universität in diesen auch persönlich belastenden Zeiten keineswegs selbstverständlich sind. Ich hoffe, dass Sie über die anstehenden Feiertage Gelegenheit haben werden, neue Kraft zu tanken. Ihnen allen und Ihren Familien wünsche ich daher ein schönes und ruhiges Osterfest.

Mit den besten Grüßen

Eva Inés Obergfell