Nachwuchswissenschafter der HU organisieren mit Unterstützung des
Instituts für Romanistik der Humboldt-Universität und des binationalen
Promotionsprogramms PhD-Net "Das Wissen der Literatur" das
internationale Kolloquium "Kristeva in Process - The Fertility of
Thought". Im Zentrum steht das transdisziplinäre
geisteswissenschaftliche Denken nach dem Vorbild Kristevas und dessen
Bedeutung im heutigen intellektuellen Leben. Die viel diskutierte
französisch-bulgarische Intellektuelle Julia Kristeva wird selbst an dem
Kolloquium teilnehmen und am Sonnabend, 31. Oktober 2009, eine Vorlesung
zu ihrer jüngsten Arbeit über die spanische Mystikerin Tesera de Avila
(Julia Kristeva, Thérèse mon amour, Paris: Fayard 2008) halten. Im
Anschluss wird die Autorin mit Kollegen, Nachwuchswissenschaftlern und
Interessierten, die sich über die Grenzen der geisteswissenschaftlichen
Disziplinen hinweg mit Kristevas Werk auseinandersetzen, diskutieren.
Julia Kristeva wurde 1941 in Bulgarien geboren. Seit 1965 lebt und
arbeitet die Literaturtheoretikerin, Psychoanalytikerin,
Schriftstellerin und Philosophin in Paris, wo sie seit 1973 einen
Lehrstuhl an der Universität Paris Denis Diderot innehat. Mit ihren
Schriften zur Linguistik und Sprache prägte sie zunächst die
poststrukturalistische Diskussion mit, insbesondere durch ihre Mitarbeit
an der literaturkritischen Zeitschrift Tel Quel. Neben ihrer
Forschungstätigkeit hat Kristeva eine Reihe von Romanen veröffentlicht.
Beeinflusst wurde sie dabei u.a. von der Freud'schen und Lacan'schen
Psychoanalyse, dem russischen Formalismus und dem Hegelianismus. In
jüngerer Zeit hatten ihre Arbeiten Einfluss auf die Theorien der Gender
Studies. Das Etikett „feministisch“ weist die Autorin aber von sich.
Neben Julia Kristeva werden erwartet:
Maria Margaroni (Universität Zypern)
Christian Kupke (Charité Berlin)
Henning Teschke (Universität Augsburg)
Sara Beardsworth (Southern Illinois University at Carbondale, USA)
Manuel Asensi (Universitat de Valencia)
Adrian Rifkin (Goldsmiths College London)
Eine Anmeldung zum Kolloquium ist nicht notwendig, alle Interessierten
sind willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Vorträge werden in
englischer, vereinzelt deutscher Sprache gehalten. Julia Kristeva
spricht französisch. Der Vortrag wird ins Englische übersetzt.
Das ausführliche Programm unter: http://www.fertile-thinking.de/
WEITERE INFORMATIONEN
Stefan HollsteinHumboldt-Universität zu Berlin
Institut für Romanistik
Tel.: 0179-2397203