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Humboldt-Universität zu Berlin

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„Wilhelm von Humboldt und die Universität: Von gestern? Für heute?“

Diskussionsveranstaltung anlässlich des 250. Geburtstages Wilhelm von Humboldts

Die Humboldt-Universität nahm den 250. Geburtstag Wilhelm von Humboldts zum Anlass, zentrale Aspekte der „Humboldtschen Idee“ der Universität zu diskutieren und zu aktualisieren. Leitend ist die Frage, inwieweit die Gedanken Humboldts heute noch eine Rolle spielen können – eine Rolle für das Selbstverständnis der Universität, für die Positionierung der Universität in der Gesellschaft und im Staat, für ein modernes Verständnis von Bildung in unserer Zeit, in der andere Anforderungen an Universitäten gestellt werden als zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Kurz, es geht um die Formulierung zeitgemäßer Leitideen für die Universität durch die Auseinandersetzung mit Wilhelm von Humboldts Erbe.

Die Humboldt-Universität ist prädestiniert, eine solche tiefgreifende Auseinandersetzung anzustoßen. Sie hat im Laufe ihrer zweihundertjährigen Geschichte den Wandel universitärer Leitideen – bei weitem nicht immer zum Besseren –vorangetrieben. In ihrem aktuellen Anspruch, „Bildung durch Wissenschaft“ zu vermitteln, zeigt sich das Humboldtsche Erbe und der Wille, damit unsere Gegenwart zu gestalten.

Dass „das Humboldtsche Erbe“ kritisch entschlüsselt und auf seine mythischen Qualitäten hin befragt werden muss, liegt auf der Hand. Keineswegs kann es um eine naive Fortschreibung vermeintlich ewig gültiger Ideale gehen. Auch lässt sich nicht a priori davon ausgehen, eine Universität brauche eine „Idee“, in der sie sich selbst beschreibt und an der sie sich orientiert. Wie sollte eine solche „Idee“ formuliert sein, welche Anhaltspunkte lassen sich dafür wiederum aus der Auseinandersetzung mit dem „Mythos Humboldt“ gewinnen?

Diskussionsveranstaltung

Samstag, 24. Juni 2017, 13.00-18.00 Uhr

Humboldt-Universität zu Berlin
Juristische Fakultät
Foyer Bebelplatz 1
10117 Berlin

Programm

13.00 Uhr, Begrüßung und Einführung

Prof. Dr. Gabriele Metzler, Humboldt-Universität zu Berlin,
Historische Kommission/Institut für Geschichtswissenschaften

 

13.10-14.25 Uhr

„Braucht die Universität eine Idee?“

Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Humboldt-Universität zu Berlin, Präsidentin
Prof. Dr. Jürgen Schlaeger, Humboldt-Universität zu Berlin, Großbritannien-Zentrum

Moderation: Shelly Kupferberg, Moderatorin

Fast hat es den Anschein, als reagierten die deutschen Universitäten nur auf Aufgaben, die von außen an sie herangetragen werden: Innovationen durch Forschung, die Ausbildung von immer mehr Studierenden, Öffnung in die Gesellschaft („third mission“). Sie versuchen, diesen Aufgaben mit den verfügbaren Ressourcen gerecht zu werden. Über der Bewältigung des alltäglichen „Geschäfts“ ist die Frage in den Hintergrund getreten, wie die Universitäten selbst ihre Position in der Gesellschaft definieren, wie sie Aufgaben und Formen von Bildung und Wissenschaft verstehen. Aus den Vorstellungen der „unternehmerischen Universität“ lassen sich keine befriedigenden Antworten auf diese Fragen finden. Daher soll sich dieses Panel ihnen widmen:  Wie lassen sich gesellschaftliche und politische Erwartungen auf der einen Seite und der Anspruch der Universität auf eigenständige Formulierung von Wissenschafts- und Bildungszielen austarieren?

 

14.30-15.45 Uhr

„Universität als Lebensform“

Prof. Dr. Rahel Jaeggi, Humboldt-Universität zu Berlin,
Institut für Philosophie

PD Dr. Cornelis Menke, Universität Bielefeld,
Institut für Philosophie

Moderation: Dr. Jan-Martin Wiarda, freier Journalist

Mit der Öffnung der Universitäten sind vielfältige neue Erwartungen in sie hineingetragen worden, Ansprüche auf Teilhabe, aber auch Herausforderungen an etablierte Lehr- und Lernformen und –inhalte. Anders als zu Zeiten Wilhelm von Humboldts zeichnet die Universitäten heute soziale Diversität und kulturelle Pluralität aus. Wie kann der Zugang zu Wissen und Bildung verbreitert werden, ohne dass, wie viele befürchten, Qualitätseinbußen akademischer Bildung damit einhergehen? Lassen sich in einer pluralistischen Gesellschaft überhaupt noch verbindliche Standards definieren?

15.45-16.00 Uhr
Kaffeepause

 

16.00-17.15 Uhr

„Virtualität und Lokalität: Digitalisierung und die bildende
Geselligkeit von Lehrenden und Lernenden“

Hannes Klöpper, iversity Learning Solutions GmbH, Berlin, CEO und Mitgründer

Prof. Dr. Michael Wildt, Humboldt-Universität zu Berlin,

Historische Kommission/Institut für Geschichtswissenschaften
Moderation: Tilmann Warnecke, Journalist, Der Tagesspiegel

Lehre an der Universität war bis vor kurzem noch ein Austausch zwischen Anwesenden. In der klassischen Form des Seminars kam die Leitidee einer Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden und der Einheit von Lehre und Forschung zum Ausdruck. Heute werden andere Ideale beschworen. Digitale Lehrformen sollen die ubiquitäre Verfügbarkeit von Lehrangeboten garantieren. Damit wird der Vielfalt studentischer Lebensweisen Rechnung getragen, der Zugang zu akademischer Bildung demokratisiert.

Was auf den ersten Blick zeitgemäß und verheißungsvoll erscheint, setzt sich nur zögerlich durch. Noch immer gilt vielen die Präsenzveranstaltung als bester Weg, akademische Bildung zu vermitteln. Sind derlei Positionen überholt oder verbirgt sich mehr dahinter? Kann das Seminar im virtuellen Raum gelingen, oder kündigt es die bildende Geselligkeit von Lehrenden und Lernenden endgültig auf?

 

17.15-17.30 Uhr
Schlussdiskussion, Zusammenfassung

Moderation: Dr. Jan-Martin Wiarda, freier Journalist 2017