Petronius, Satyrica 79-141. A philological-literary commentary

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Project duration
04/2011  – 04/2012
Funded by

Fritz Thyssen Foundation

Project description

Ziel des Projekts ist der Abschluß meines Kommentars zu dem römischen Autor Petronius (genauer: zur zweiten Hälfte seiner Satyrica). Ungeachtet des eminenten Interesses am antiken Roman, der seit den Siebziger Jahren eine wissenschaftliche Renaissance erlebt, fehlen zu fast allen Texten seriöse Kommentare. Mißlich ist dies vor allem bei einer so komplexen und intertextuell reichen Schrift wie den Satyrica, die dank ihrer fragmentarischen Überlieferung auch philologisch eine Herausforderung darstellt.
Dieser Schlüsseltext der lateinischen Literatur ist nur in seiner zentralen Partie (der berühmten Cena Trimalchionis) in moderner Kommentierung erschlossen, während für quasi alle anderen Passagen dieses elementare Hilfsmittel fehlt. Für die besonders vernachlässigte zweite Werkhälfte, die an die Cena anschließt, möchte meine Arbeit diesem Mißstand abhelfen. Sie will dem Leser Petrons an die Hand geben, was das Verständnis der Sprache, der Realien, der Handlung fördern kann; darüber hinaus will sie die wissenschaftliche Diskussion des Romans angemessen aufarbeiten und damit ihren Beitrag leisten zu der nach wie vor offenen Deutung der Satyrica insgesamt.
Die erste Hälfte des Kommentars erschien 2006 bei de Gruyter. Die zweite Hälfte des Kommentars, die bislang nur in Rohfassung vorliegt, möchte ich kommendes Jahr in einer konzentrierten Anstrengung abschließen. Vor allem folgende Arbeitsschritte fallen an: Zitate und Parallelen aus der antiken Literatur sind zu verifizieren und auf ihre intertextuellen Qualitäten zu prüfen. Die Sekundärliteratur ist an den entsprechenden Stellen zu zitieren bzw. zu referieren (einige Titel der jüngsten Literatur sind noch auszuwerten). Einige komplexe Themen wie das Phänomen der Erbschleicherei, die Rolle der Magie oder auch die angeblichen Anspielungen auf das frühe Christentum erfordern gründliche Studien in Primärtexten und Sekundärliteratur. Mehrere literarisch anspruchsvolle Passagen gilt es in eigenen interpretatorischen Exkursen zu würdigen, zum Beispiel die berühmte Novelle der Witwe von Ephesus, die Kallimachos-Rezeption im Hexenkapitel oder das Bellum Civile (samt der Poetologie des historischen Epos). Einer eingehenden Analyse bedürfen nicht zuletzt die zahlreichen textkritischen Probleme.

Principal investigator

  • Person

    PD Dr. Peter Habermehl

    • Faculty of Theology