Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Verlängerung des interdisziplinären Graduiertenkollegs „Normativität, Kritik, Wandel“ für eine zweite Förderperiode bewilligt. Das Berliner Graduiertenkolleg wird in Kooperation von FU, HU und UdK durchgeführt, die Sprecherschaft ist an der FU angesiedelt. Von der HU sind die drei Wissenschaftler*innen Prof. Dr. Rahel Jaeggi und Prof. Dr. Thomas Schmidt vom Institut für Philosophie sowie Prof. Dr. Christoph Möllers von der Juristischen Fakultät an diesem Kolleg beteiligt, das Forschende in frühen Karrierephasen fördert.
Das interdisziplinäre Graduiertenkolleg „Normativität, Kritik, Wandel“ untersucht normative Praktiken, in denen Normen nur durch gleichzeitige kritische Auseinandersetzung befolgt werden können und versteht Kritik dabei als zentralen Bestandteil normativer Verbindlichkeit. Es verknüpft unterschiedliche Bereiche wie Sprache, Moral, Recht, Religion und Kunst und zeigt, dass Normativität sich durch produktive Kritik transformiert und formbar bleibt. Das Kolleg wendet sich gegen die gängige Alternative zwischen starrer normativer Bindung und Subversion und betont stattdessen das Zusammenspiel von Norm und Abweichung. In der zweiten Förderperiode werden Fragen nach Macht, Gewalt und die ambivalenten Folgen kritischer Emanzipationsprozesse stärker im Mittelpunkt der Arbeit stehen.
Das Berliner Graduiertenkolleg zählt zu insgesamt nur zehn Kollegs, die von der DFG bundesweit verlängert wurden.
Über die Graduiertenkollegs
Graduiertenkollegs sind Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung von Forscher*innen in frühen Karrierephasen, die von der DFG für maximal neun Jahre gefördert werden.
Im Mittelpunkt steht die Qualifizierung von Doktorand*innen im Rahmen eines thematisch fokussierten Forschungsprogramms sowie eines strukturierten Qualifizierungskonzepts. Eine interdisziplinäre Ausrichtung der Graduiertenkollegs ist erwünscht. Ziel ist es, die Promovierenden auf den komplexen Arbeitsmarkt „Wissenschaft“ intensiv vorzubereiten und gleichzeitig ihre frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit zu unterstützen.
Weitere Informationen