Aufklärung jenseits der Öffentlichkeit. Friedrich Melchior Grimms Correspondance littéraire (1753-1773) als Projekt idealer Kommunikation und die aufklärerische République des lettres
Auf einen Blick
Projektbeschreibung
Ziel der Dissertation ist eine systematische kommunikationsgeschichtliche Untersuchung eines zentralen aber wenig erforschten publizistischen Organs der französischen Aufklärung, der Correspondance littéraire von Friedrich Melchior Grimm. Diese geheime handschriftliche Kultur- und Rezensionszeitschrift wurde unter Grimms Redaktion und unter aktiver Mitwirkung von Diderot, Voltaire u. a. philosophes für einen exklusiv fürstlichen Abonnentenkreis in Mittel- und Osteuropa produziert. Ausgehend von der scheinbar paradoxen Verbindung vom dezidiert aufklärerischen, d.h. weltzugewandten und praxisorientierten Wissenskonzept des Periodikums und der strikten Publizitätsverweigerung, soll das originelle Kommunikationsmodell Correspondance littéraire erschlossen und auf seine Relevanz für das Selbstverständnis und die Praxis der aufklärerischen Gelehrtenrepublik befragt werden. Die Verortung der Correspondance littéraire im Kontext zeitgenössischer Medien intellektueller Kommunikation (Salons, Briefwechsel, Bücher und Periodika) soll darüber hinaus die Fixierung der Aufklärungsforschung auf die räsonierende Öffentlichkeit (Habermas) aufbrechen und eine differenziertere Sicht der Aufklärung als Kommunikationsprozeß erlauben.
Projektleitung
- Person
Prof. Dr. phil. Wolfgang Hardtwig
- Institut für Geschichtswissenschaften