Auswirkungen landwirtschaftlicher Großinvestitionen auf die lokale Ernährungssicherheit: Eine Fallstudie aus Naivasha, Kenia

Auf einen Blick

Laufzeit
06/2025  – 12/2025
DFG-Fachsystematik

Agrarökonomie, Agrarpolitik, Agrarsoziologie

Förderung durch

Andere inländische Stiftungen

Projektbeschreibung

Großflächige Agrarinvestitionen (Large-Scale Agricultural Investments, LSAIs) haben das Potenzial, Landwirtschaft zu modernisieren, Arbeitsplätze zu schaffen und Ernährungssicherheit zu verbessern. Jedoch sind diese Investitionen auch umstritten. Neben Chancen wie Einkommen und Infrastruktur bringen sie Risiken wie Landkonflikte, Ressourcenkonkurrenz und unklare Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit lokaler Gemeinschaften mit sich.

In diesem Projekt wird im Rahmen einer Fallstudie ein LSAI am Naivasha-See in Kenia untersucht. Der 2.600 Hektar große Betrieb gehört zu einem internationalen Unternehmen, das Gemüse, Früchte und Blumen vor allem nach Europa exportiert. Aufgrund ihrer Größe und internationalen Einbindung stellt die Farm einen geeigneten Fall dar, um lokale Auswirkungen von LSAIs auf lokale Ernährungssysteme zu untersuchen.

Die Studie untersucht, wie sich die Farm auf die Ernährungssicherheit von Beschäftigten, Kleinbäuer*innen und Gemeindemitgliedern auswirkt. Hierfür wird der „Right to Food“-Ansatz angewendet, der zwei Zugangswege zu Nahrung unterscheidet: zum einen die eigene Produktion und den Verkauf von Nahrungsmitteln und zum anderen den Kauf von Nahrungsmitteln. Dabei werden Faktoren wie der Zugang zu Ressourcen, Betriebsmittel, Märkten und Preisen, aber auch Einkommen, Verfügbarkeit von Lebensmitteln und weitere Lebenshaltungskosten berücksichtigt.

Ergänzend zur Literaturrecherche ist eine zweimonatige Feldforschung geplant, die qualitative Interviews und Gruppendiskussionen mit Beschäftigten, Management, Kleinbäuer*innen, Gemeindemitgliedern, lokalen Behörden und Organisationen umfasst. Ziel ist es, Chancen und Risiken großflächiger Investitionen für Ernährungssicherheit differenziert zu erfassen und Impulse für eine gerechtere, nachhaltigere und lokal verankerte Gestaltung von Agrarinvestitionen in Ostafrika zu geben.

Ziele für nachhaltige Entwicklung (Vereinte Nationen)

Kein HungerNachhaltiger Konsum und Produktion