CL Languages of Emotion: TP "Komische Texte"

Auf einen Blick

Laufzeit
10/2010  – 09/2012
Förderung durch

DFG Exzellenzinitiative Cluster

Projektbeschreibung

Komische Sprach- und Darstellungskunst zielt auf Lachen und Erheiterung des Publikums. Gleiches gilt für die kleine Form des Witzes. Das Lachen und die einhergehenden Körper- und Hirnreaktionen nach dem Verstehen einer Pointe lassen sich empirisch beobachten und messen. Neben der aus der Aufklärung eines semantischen Widerspruchs resultierenden Pointe, die gleichermaßen Alltagswitze wie literarische Formen der Komik vom Gedicht bis zu abendfüllenden Komödien kennzeichnet, gibt es weitere Faktoren, die zur Heiterkeit beitragen. Wir vermuten einen Zusammenhang zwischen der Stärke der ausgelösten Lach- und Heiterkeitsreaktion mit (mindestens) zwei emotionalen und sprachlichen Rahmenbedingungen: Erstens der Vorbereitung der Pointe durch (positive oder negative) Emotionen; zweitens der sprachlichen Formung des Witzes bzw. des komischen Gedichts oder der komischen Szene.
Die Wirkungsweise dieser Einbettungen von sprachlich erzeugtem Lachen und Heiterkeit möchten wir in zwei Experimenten untersuchen. In den experimentellen Situationen werden wir uns an hämodynamischen Maßen orientieren, vor allem an der Stärke der Aktivierung im Belohnungszentrum des Gehirns (mesolimbische Areale, vor allem Hypothalamus, Amygdala, Nucleus accumbens, Nucleus caudatus und Putamen).
Das Projekt möchte durch die Kooperation eines Literaturwissenschaftlers und einer Psycholinguistin die kaum erforschte Produktion positiver Emotionen durch komische Textformen und variierende Emotionsverläufe experimentell untersuchen. Verfügt ästhetisch geformte Sprache über ein nachhaltigeres Erheiterungspotential als simple Witze? Bewirkt die Einbettung komischer Sprachereignisse in einen traurigen Kontext größere oder geringere Erheiterung im Vergleich mit einer Einbettung in weitere komische Ereignisse? Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden dem Verständnis literarischer Gattungen, ästhetischer Rezeptionsprozesse und neuropsychologischer Emotionsabläufe dienen.

Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. Katharina Spalek

    • Cluster Languages of Emotion