Das Ostia Forum Project OFP: Geophysikalische Surveys, Ausgrabung und digitale (2-D/3-D) Dokumentation der Platzanlagen und Bauten des Stadtzentrums von Ostia antica sowie ihrer Ausstattung vom 1. - 6. Jh. n. Chr.
Auf einen Blick
Stiftung Humboldt-Universität
Projektbeschreibung
Es gibt neben der Kapitale Rom selbst kaum Parallelen zu einem vergleichbar wichtigen und zugleich ebenso gut erhaltenen Stadtzentrum in der römischen Antike wie in Roms Hafenstadt und erster Kolonie, Ostia antica. Insbesondere für urbanistische Fragen ist die Situation der antiken Hafenmetropole Ostia sogar einzigartig, weil auch die Einbindung des Forums in die bis zu zweigeschossig erhaltene Wohnstadt fast komplett ergraben ist. Dennoch sind die Altgrabungen bis 1941 auch heute noch nicht adäquat wissenschaftlich dokumentiert. Seit 2008 wurden regelmäßige Ausgrabungskampagnen im Stadtzentrum in Kooperation mit bis zu 70 Mitarbeitern begonnen. Seit 2010 wird der Hauptplatz Ostias, das sogenannte Forum, durch ein bewährtes internationales Team des Ostia-Forum-Projekts (www.ostiaforumproject.com) erforscht. Ziel ist die Ausgrabung und grundlegende Dokumentation aller antiken Hinterlassenschaften des politisch-administrativen Zentrums auf dem Forumsplatz selbst, aber auch der umliegenden Platzanlagen mit Bauten wie der spätantiken Präfektur, den zentralen Stadttempeln oder den großen spätantiken Marktplätzen. Seit 2011 liegt ein Arbeitsschwerpunkt auf der Frage nach dem bislang völlig unbekannten Nachleben eines der wichtigsten Fora der römischen Welt. Durch die intensive Dokumentation aller erhaltenen antiken Bodenoberflächen und Nutzungsspuren mit modernsten Dokumentationsmethoden konnte erstmals eine etwa 200 Jahre längere Nutzungsgeschichte des Forums als bislang vermutet belegt werden. Geophysik und Tiefengrabungen ergaben wiederum Aufschluss über mehrere bislang unbekannte Vorläufer-Fora, die architekturgeschichtlich einzigartige Konzeptionen aufweisen, sowie über die ehemalige Forumsausstattung mit Statuen oder Tribünen für Spektakel etc. Zahlreiche Kooperationen mit technologischer Spitzenforschung führten auch zu einem Arbeitsschwerpunkt in Grundlagenforschung, was die Arbeitsabläufe und Brauchbarkeit von digitalen 3-D-Dokumentationsmethoden (Laserscanner, fotobasierte Methoden) in der Anwendung auf extrem große Flächen in einem langfristig angesetzten Kosten- und Effektivitätsvergleich betrifft. Dank des Methodenwettbewerbs können alle derzeit verfügbaren und teilweise konkurrierenden Dokumentationstechniken verglichen und zur optimalen Methodenkombination vereint werden.
Projektleitung
- Person
Dr. Axel Gering
- Institut für Archäologie
- Klassische Archäologie
- Person
Prof. Dr. phil. Stephan G. Schmid
- Institut für Archäologie
- Klassische Archäologie