Der römische Kaiserhof in severischer Zeit

Auf einen Blick

Laufzeit
10/2007  – 12/2010

Projektbeschreibung

Das Projekt ist Teil eines interdisziplinären Forschungsvorhabens zu den kaiserlichen Palästen auf dem Palatin in Rom. Sie werden hinsichtlich ihrer Bauformen, hinsichtlich der gesellschaftlichen Strukturen des dort angesiedelten kaiserlichen Hofes sowie hinsichtlich der herrschaftlichen Funktion und der symbolischen Bedeutung von Raumstrukturen und materieller Ausstattung zum Thema gemacht. Es wird untersucht, ob und inwieweit sich in der severischen Periode Veränderungen abzeichneten, die auf das Kommende, die Loslösung des Herrschaftszentrums von Rom voraus wiesen, oder ob die Verhältnisse in Rom von weitgehender Kontinuität zu den Verhältnissen der Jahrzehnte zuvor geprägt waren, die Veränderungen also von der Peripherie des Reiches ihren Ausgang nahmen und das Zentrum unvorbereitet trafen. Das methodische Vorgehen ist zum ersten durch die Zusammenarbeit dreier Disziplinen (Bauforschung, Alte Geschichte, Klassische Archäologie) gekennzeichnet, zum zweiten durch das neue Konzept der Interpretation der Paläste vor dem Hintergrund ihrer Einbindung in ihr bauliches, räumliches, materielles und politisch-soziales Umfeld: Die Stadt Rom wird als entscheidender, die Entwicklungen beeinflussender Gegenpol der palatinischen Hof- und Palaststrukturen angesehen. Der Bezug zwischen Palast und städtischem Gemeinwesen wird als grundlegend für das Verständnis von Funktion und Bedeutung der neu entstehenden räumlichen, materiellen, politisch-sozialen und verwaltungsrelevanten Strukturen auf dem Palatin erachtet. Während in der bisherigen althistorischen Forschung politikgeschichtliche und biographische Arbeiten, die das Verhältnis Kaiser-Senat zum Thema machten, sowie behördengeschichtliche Forschungen im Vordergrund standen, werden im althistorischen Teilprojekt kommunikative und organisatorische Strukturen, die soziale Zusammensetzung der verschiedenen Personenkreise um die Kaiser sowie die wichtigsten Interaktionsformen (Salutatio und Gastmähler) des severischen Hofes in ihrer Bedeutung und Funktion analysiert. Gefördert wird das Projekt "Palast und Stadt im severischen Rom (193 - 235 n. Chr.)" von der Gerda Henkel Stiftung.

Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. Aloys Winterling

    • Institut für Geschichtswissenschaften