Die inoffizielle Kultur der Sowjetunion in der Perestroika (1986–1991): Pragmatik und Ästhetik
Auf einen Blick
Literaturwissenschaft
DFG Eigene Stelle (Sachbeihilfe)
![]()
Projektbeschreibung
Dieses Projekt konzentriert sich auf die sowjetische Untergrundliteratur der Perestroika-Ära und schlägt einen Ansatz vor, der im Gegensatz zur vorherrschenden Richtung der Perestroika-Forschung nicht die Diskontinuität, den Bruch mit der früheren sowjetischen Kultur und Politik, sondern vielmehr die Kontinuität in der kulturellen Entwicklung betont. Es geht davon aus, dass die Entwicklung der Untergrundliteratur in den Jahren der Perestroika (1985-1991), die in der bisherigen Forschung vernachlässigt wurde, besonders relevant ist, weil die sowjetische inoffizielle Kultur in dieser Zeit aufgrund der politischen Liberalisierung einerseits die besten Voraussetzungen für die Entwicklung einer eigenen Ästhetik und die Reflexion ihrer poetischen Prinzipien erhielt, sich andererseits aber von den vorherrschenden, offiziellen Strömungen distanzierte und bewusst eine marginale soziokulturelle Position einnahm. Dies wurde in der bisherigen Forschungsliteratur kaum berücksichtigt; die einflussreichsten und originellsten literarischen Projekte dieser Zeit sind noch nicht beschrieben oder gar bekannt. Indem wir die Entwicklung inoffizieller Gemeinschaften in den späten 1980er Jahren beleuchten, die spezifische Entwicklung des Samizdat in dieser Zeit und wichtige Archivmaterialien präsentieren, um die Besonderheiten der Biografien und sozialen, kulturellen und literarischen Praktiken dieser Jahre hervorzuheben, und neue Interpretationen künstlerischer Werke des späten 20. Jahrhunderts anbieten, hoffen wir, die Lücke im Verständnis dieses entscheidenden Aspekts der sowjetischen Kultur zu schließen.
Themen
Beteiligte Einrichtungen
Institut für Slawistik und Hungarologie
Anschrift
Boeckh-Haus, Dorotheenstraße 65, 10117 Berlin