Die Mitte liegt im Osten. Bosnien als Schwellentopographie

Auf einen Blick

Laufzeit
09/2006  – 06/2009
Förderung durch

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Projektbeschreibung

Das Ziel des Projekts ist es, die unterschiedlichen Konstruktionen und Funktionen einer Rede über die Mitte in der bosnischen Literatur zu analysieren. So produzieren literarische Texte aus Bosnien eine Mitte, indem sie eine ästhetische Ambi- und Polyvalenz mit dem gespaltenen Raum Bosniens verbinden. Diese poetische Mitte ist zugleich Kommentar und Antwort auf alle imaginären politischen und religiösen Konstruktionen des Balkans als Brücke und Mitte zwischen Okzident und Orient. Literarisch erscheint Bosnien als die Mitte verschiedener Welten aufgrund der Koppelung von intertextuellen Verweisen zur Literatur des Ostens und des Westens zugleich so wenn beispielsweise Goethe, Shakespeare, al-Mukaffa und Hafis aufgerufen werden, als Koppelung von orientalischen und westlichen Textformen (von Kasiden- und Divan-Dichtungsanleihen bis zu Elementen aus dem griechischen Drama) und von postmodernen Schreibweisen und arabischer Schachtelstruktur mit Lokalitäten, die diese Geteiltheit verdeutlichen (Dervisch-Klöster in Bosnien, Städte an zwei Ufern eines reißenden Flusses, Sarajevo mit seinen Kirchen, Moscheen und Synagogen).

Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. Sylvia Sasse

    • Humboldt-Universität
    • Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät